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ISAF verstärkt Kampf gegen Taliban in Kandahar

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Kandahar (dpa) - Nach monatelanger Vorbereitung geht die Internationale Schutztruppe ISAF verstärkt gegen Aufständische in der südafghanischen Taliban-Hochburg Kandahar vor.

Hunderte ausländische und afghanische Sicherheitskräfte durchsuchten am Montag in Kandahar-Stadt verdächtige Häuser und Fahrzeuge, wie der Polizeichef der Provinz Kandahar, Fasel Ahmad Schersad, sagte.

Das Büro des Provinzgouverneurs teilte am Montag mit, vier mutmaßliche Aufständische - darunter ein Kommandeur - seien in der Nacht zuvor im Distrikt Arghandab gefangen genommen worden. Unter dem Namen «Operation Dragon Strike» (Operation Drachenschlag) hatten ausländische und einheimische Truppen Kampfhandlungen gegen die Taliban um die Stadt herum bereits am Wochenende verschärft.

«Wir erwarten harte Kämpfe», sagte ISAF-Sprecher Josef Blotz am Sonntag. Afghanische und ausländische Sicherheitskräfte würden Stellungen der Aufständischen zerstören und ihnen ihre Zufluchtsorte nehmen. «Wenn das erledigt ist, werden die Aufständischen gezwungen sein, die Gegend zu verlassen oder zu kämpfen und getötet zu werden.» Eine ursprünglich im Juni geplante Offensive gegen die Taliban in Kandahar war mehrfach verschoben worden.

Bei einem Angriff von NATO-Hubschraubern im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan wurden am Montag nach offiziellen pakistanischen Angaben fünf Stammesangehörige getötet. Zwei NATO-Hubschrauber hätten einen Checkpoint einer regierungsfreundlichen Miliz beschossen, sagte Mehboob Khan von der Verwaltung des halbautonomen Stammesgebiets Kurram. Es habe sich nicht um Taliban-Kämpfer gehandelt. «Die Verwaltung in Kurram verurteilt den Angriff und die Verletzung des pakistanischen Territoriums.»

Wenige Stunden später beschoss eine US-Drohne ein Gebäude im pakistanischen Stammesgebiet Nord-Waziristan. Ein Geheimdienstmitarbeiter, der anonym bleiben wollte, sagte, zwei Menschen seien getötet worden. Zwei Raketen hätten das Haus eines Taliban-Unterstützers getroffen.

Die NATO-geführte Afghanistan-Schutztruppe ISAF hatte am Sonntagabend mitgeteilt, bei einem grenzüberschreitenden Luftschlag seien am Freitag auf pakistanischem Territorium mehr als 30 Aufständische getötet worden. Diese hätten zuvor von Pakistan aus Sicherheitskräfte in Afghanistan angegriffen gehabt. Am Samstag seien dann zwei ISAF-Hubschrauber im Grenzgebiet beschossen worden. Sie hätten das Feuer erwidert und mehrere Aufständische getötet.

Konflikte / Afghanistan
27.09.2010 · 15:51 Uhr
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