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ISAF startet «eine der größten» Offensiven

ISAF in AfghanistanGroßansicht
Kabul (dpa) - Die Internationale Schutztruppe ISAF hat im Süden Afghanistans nach eigenen Angaben einen der bislang größten Militäreinsätze gegen die radikal-islamischen Taliban gestartet.

Wie die NATO-geführte ISAF am Dienstag mitteilte, sind an der seit dem Wochenende andauernden Luft-Lande-Operation in der Unruheprovinz Helmand zwölf Hubschrauber, 13 Kampfflugzeuge sowie mehr als 500 vor allem britische Soldaten beteiligt. In der nördlichen Provinz Kundus kamen unterdessen drei deutsche Soldaten in Folge eines Gefechts ums Leben. Bei zwei Bombenanschlägen in anderen Teilen des Landes starben zudem fünf afghanische Zivilisten.

Ziel der NATO-Offensive mit dem Namen «Panchai Palang» (Panther-Klaue) sei es, ein Gebiet nördlich von Helmands Provinzhauptstadt Laschkar Gah zurückzuerobern, hieß es in der in der Hauptstadt Kabul verbreiteten ISAF-Erklärung. Die Region Babadschi werde bislang von den Taliban kontrolliert. Den Angaben zufolge lieferten sich die Soldaten zahlreiche Gefechte mit Aufständischen. Angaben über Opfer lagen zunächst jedoch nicht vor. Helmand gilt als Taliban-Hochburg. Zudem zählt die Provinz zu den wichtigsten Anbaugebieten von Schlafmohn, aus dem Opium und schließlich Heroin gewonnen wird.

Nach Informationen aus mehreren Quellen in Berlin stürzten die Bundeswehr-Soldaten bei einem Ausweichmanöver mit ihrem Transportpanzer vom Typ «Fuchs» in einen Wassergraben. Das Fahrzeug blieb auf dem Dach liegen. Ersten Angaben zufolge kamen die Soldaten nicht mehr rechtzeitig aus dem Panzer heraus. Zunächst war von zwei Toten, einem Schwerverletzten und einem weiteren Verletzten die Rede. Der Schwerverletzte sei nach Wiederbelebungsversuchen gestorben.

Bei einem Selbstmordanschlag in der südöstlichen Provinz Ghasni kamen zwei afghanische Zivilisten ums Leben. Wie die Polizei mitteilte, sprengte sich der Attentäter neben einer Patrouille der internationalen Truppen in die Luft. Sicherheitskräfte seien nicht zu Schaden gekommen, hieß es. Die Taliban bekannten sich zu der Tat. Derzeit sind insgesamt mehr als 70 000 ausländische Soldaten am Hindukusch stationiert, die meisten davon US-Soldaten.

In der Provinz Dschosdschan im Nordwesten des Landes wurden zudem drei afghanische Entwicklungshelfer getötet, als ein am Straßenrand versteckter Sprengsatz explodierte. Erst am Montag waren bei zwei Selbstmordanschlägen elf Afghanen ums Leben gekommen.

Konflikte / Afghanistan
23.06.2009 · 17:06 Uhr
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