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Iran legt Antwort auf Urankompromiss vor

Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat den Kompromissvorschlag zur Anreicherung iranischen Urans im Ausland grundsätzlich begrüßt.Großansicht
Teheran/Wien (dpa) - Der Iran hat am Donnerstag seine Antwort auf einen Kompromissvorschlag zur Anreicherung iranischen Urans im Ausland vorgelegt. Ob Teheran den Vorschlag der internationalen Atomenergiebehörde IAEA annimmt, blieb aber genauso unklar wie der genaue Inhalt.

Der iranische Gesandte bei der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien, Ali Asghar Soltanieh, sagte der Agentur ISNA, dass Teheran positiv zu dem Vorschlag stehe, aber einige «wichtige technische und wirtschaftliche» Änderungen verlange.

Die IAEA wollte den Erhalt eines iranischen Vorschlags am Mittag nicht bestätigen. Möglicherweise könne es am Nachmittag eine Stellungnahme der UN-Behörde in Wien oder New York geben, hieß es aus diplomatischen Kreisen in Wien.

Der Kompromiss sieht die kontrollierte Anreicherung eines Großteils des iranischen Urans in Russland vor. Inwieweit der Iran aber in seiner Antwort den Export seines Urans akzeptiert oder einfach nur neues kaufen will, wurde in dem Soltanieh-Interview nicht klar.

Auch der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte am Morgen einen Kompromissvorschlag im Atomstreit grundsätzlich begrüßt, aber keine Details zur iranischen Ansicht dazu bekanntgegeben. Auch die ausländischen Partner müssten ihre Verpflichtungen erfüllen, sagte er. Der Kompromiss sei auch ein Test für die Internationale Atomenergiebehörde IAEA, ob sie eine «wirkliche Rolle» dabei spiele, Ländern beim Aufbau einer zivilen Atomtechnologie zu helfen.

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak mahnte unterdessen bei den Bemühungen um eine Einigung mit dem Iran zur Vorsicht. «Wenn diese Vereinbarung umgesetzt wird, wird es sie (die iranische Führung) technisch um etwa ein Jahr zurückwerfen», sagte er dem israelischen Rundfunk am Donnerstag. Damit werde grundsätzlich anerkannt, dass der Iran Uran anreichert. Dies könne Teheran bei der Behauptung helfen, es strebe nur eine friedliche Nutzung von Atomenergie an, sagte Barak. «Es ist wichtig, auf einen (vollständigen) Stopp der Uran-Anreicherung im Iran zu bestehen», sagte der Verteidigungsminister.

Die Weltgemeinschaft befürchtet, dass der Iran heimlich den Bau der Atombombe anstrebt. Teheran beteuert immer wieder, sein Atomprogramm nur für zivile Zwecke nutzen zu wollen und beharrt trotz Sanktionen auf der niedrigen Anreicherung von Uran im eigenen Land. Niedrig angereichertes Uran wird für die Stromgewinnung gebraucht, sehr hoch angereichertes für Atomwaffen.

In dem Kompromissvorschlag geht es um 20 Prozent angereichertes Uran, das der Iran für einen medizinischen Forschungsreaktor braucht. Es ist nicht für Waffen verwendbar. Statt das Material selbst anzureichern, soll Teheran niedrig angereichertes (3,5 Prozent) Uran nach Russland schicken, das den Brennstoff dann auf 20 Prozent bringt. Eine Einigung darauf wäre ein wichtiger vertrauensbildender Schritt und könnte die seit Jahren verfahrenen Atomverhandlungen wieder in Gang bringen.

Konflikte / Atom / Iran
29.10.2009 · 14:34 Uhr
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