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Iran entlässt Französin aus der Haft

Clotilde ReissGroßansicht
Paris/Teheran (dpa) - Mehr als sechs Wochen nach ihrer Festnahme im Iran ist die Französin Clotilde Reiss gegen Auflagen aus dem Gefängnis entlassen worden. Der französische Radiosender RTL berichtete am Montag, die Regierung in Paris habe umgerechnet 213 000 Euro Kaution bezahlt.

Eine Bestätigung der Summe gab es nicht. Der jungen Frau gehe es gesundheitlich gut, hieß es aus dem französischen Präsidentenpalast. Der 24 Jahre alten Sprachlehrerin werden Spionage und Verwicklung in die Proteste vorgeworfen, die Mitte Juni in Teheran nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad ausgebrochen waren.

Rémi Reiss, der Vater der jungen Frau, sagte, Präsident Nicolas Sarkozy habe ihm versichert, dass er sich weiterhin für eine sofortige Einstellung des Verfahrens einsetzen werde. Clotilde Reiss war am Sonntag aus dem berüchtigten Ewin-Gefängnis entlassen worden. Sie hält sich derzeit in der französischen Botschaft in Teheran auf, darf das Land aber bis zum endgültigen Urteil nicht verlassen. Die Regierung in Paris rechnet mit einem Richterspruch innerhalb der nächsten acht Tage Tage.

Reiss wird vorgeworfen, einen Bericht über die Demonstrationen an die Botschaft geschickt zu haben. Die Französin arbeitete mehrere Monate als Lehrerin an der Universität in Isfahan, bevor sie am 1. Juli festgenommen wurde.

Sarkozy dankte der Europäischen Union und Syrien für ihre Unterstützung im Fall Reiss. Syrien hatte bereits bei den Verhandlungen um die Haftentlassung der franko-iranischen Botschaftsmitarbeiterin Nazak Afshar geholfen. Afshar war am Dienstag vergangener Woche freigekommen.

Die größte Oppositionszeitung im Iran, «Etemad Melli», wurde nach Angaben der Redaktion vorübergehend verboten. An den Zeitungsständen war das Blatt der gleichnamigen Partei des konservativen Reformers Mehdi Karrubi am Montag nicht zu haben. Über das Verbot berichtete die Tageszeitung auf ihrer Internetseite. Karrubi war einer der Bewerber, die bei der umstrittenen Präsidentenwahl gegen den ultrakonservativen Amtsinhaber angetreten waren.

«Etemad Melli» hatte wiederholt über Folter und sexuellen Missbrauch von verhafteten Demonstranten berichtet, die gegen Wahlfälschung bei der Präsidentenwahl protestiert hatten. Ahmadinedschad war offiziell zum Sieger der Wahl erklärt worden. Die Opposition erkennt das Ergebnis nicht an.

Konflikte / Justiz / Iran / Frankreich
17.08.2009 · 17:37 Uhr
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