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«Internet in der Hand» - Apple präsentiert das iPad

Etwas Neues zum Spielen: Steve Jobs und sein iPad.Großansicht
San Francisco (dpa) - Apple will mit seinem neuen iPad das Internet ins Wohnzimmer holen und damit den bislang erfolglosen Tablet-Computern zum Durchbruch verhelfen. Das Gerät sieht aus wie ein Riesen-iPhone und hat einen berührungsempfindlichen Bildschirm.

Apple-Chef Steve Jobs führte am Mittwoch in San Francisco vor, wie man auf dem iPad Bücher lesen, Videos schauen, im Internet surfen, E- Mails bearbeiten, aber auch Computergames spielen kann. «iPad schafft und definiert eine völlig neue Gerätekategorie, welche die Nutzer mit den Anwendungen und Inhalten auf eine viel intimere, intuitivere und spaßigere Art und Weise miteinander in Verbindung treten lässt als jemals zuvor», sagte Jobs.

Die Apple-Neuheit zieht große Erwartungen auf sich: Experten fragen sich, ob es Apple nach dem iPod und dem iPhone zum dritten Mal gelingen wird, eine Kategorie in der Unterhaltungseletronik neu zu definieren. Außerdem hoffen die Medienbranche und die Buchverlage hoffen auf neue Erlösquellen im digitalen Geschäft.

Die Preise fielen niedriger aus als zuvor spekuliert. Das iPad wird in den USA ab 499 Dollar angeboten. Die teuerste Variante mit UMTS-Modem und 64 Gigabyte Hauptspeicher soll 829 Dollar kosten.

Im März wird in den USA, aber auch in Deutschland die iPad-Version zu haben sein, die sich über eine schnelle drahtlose Verbindung (802.11n WiFi) mit dem Internet verbindet. Ende April oder Anfang Mai werden dann in den USA und «ausgewählten Ländern» auch die iPad- Modelle mit einem Mobilfunkmodem (UMTS) auf den Markt kommen. Ob zu diesen Märkten auch Deutschland gehört, stand am Donnerstag noch nicht fest. Auch die Preise für Deutschland werden erst später bekanntgegeben.

Das iPad wird wie das iPhone mit dem Finger auf einem Bildschirm mit einer Diagonale von 9,7 Zoll (24,6 cm) gesteuert. Texte werden wie beim Apple-Handy iPhone über virtuelle Tasten auf dem Display eingegeben. Allerdings kann man auch eine externe Tastatur anschließen.

Für das iPad erweitert Apple seinen Onlineladen iTunes um eine Buchabteilung, in der Titel von fünf US-Großverlagen angeboten werden. Apple tritt damit gegen Anbieter wie Amazon (Kindle) oder Sony an. Weiterhin hat Apple auch Business-Anwender im Blick und kündigte eine iPad-Version seines Office-Pakets iWorks an.

Wie das iPhone kann das iPad aus dem iTunes Store von Apple außerdem mit Videos, Musik und kleinen Programmen («Apps») bestückt werden. Für das iPhone sind nach den Worten von Jobs inzwischen über 140 000 Anwendungen verfügbar. Die meisten sollen auch auf dem iPad laufen. «Das wird einen neuen Goldrausch für Entwickler auslösen», sagte Jobs. Die «New York Times» kündigte in San Francisco eine eigens für das iPad optimierte Anwendung an.

Auch in Verlagshäusern in Deutschland beschäftigt man sich mit dem iPad: «Wir beobachten das sehr genau», sagte ein Sprecher der Verlagsgruppe Handelsblatt in Düsseldorf. «Wir sind auf dem Kindle präsent und entwickeln derzeit Konzepte für den Einsatz auf weiteren Lesegeräten.» Für Ankündigungen sei es aber noch zu früh. «Wir sehen, dass uns das iPad neue und interessante Möglichkeiten eröffnet, und bereiten uns seit geraumer Zeit darauf vor», sagte «Spiegel»- Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron der Deutschen Presse- Agentur dpa.

Im Münchner Verlagshaus Hubert Burda wird das iPad als ein Produkt gesehen, das Druck in das Segment der elektronischen Zeitschriften und Zeitungen bringen wird. Dennoch glaubt Verlagssprecher Nikolaus von der Decken nicht, dass Zeitungen künftig nur noch online gelesen werden. So gebe es ähnliche Produkte wie E-Books bereits seit längerem - parallel zum Printmarkt. «Wir glauben an die Zukunft von Zeitschriften.»

Spektakuläre Innovationen bei der Hardware, über die im Vorfeld spekuliert wurde, blieben bei der iPad-Präsentation aus: Kein superbrillanter Bildschirm mit OLED-Technologie, keine Videokamera auf Vorder- und Rückseite.

Die Computerbranche versucht schon seit Jahren vergeblich, Tablet- PCs am Markt zu etablieren. Schwachstellen waren vor allem zu kurze Laufzeiten und eine hoher Aufpreis. Zuletzt hatte Microsoft-Chef Steve Ballmer auf der Consumer Electronics Show neue Tablet-PCs von HP und anderen Hardware-Partnern präsentiert.

Computer / Elektronik / USA
28.01.2010 · 22:59 Uhr
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