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Internationaler Druck auf Nordkorea wächst

Kim Jong Il mit MilitärsGroßansicht
Washington/Moskau/Seoul (dpa) - Der internationale Druck auf Nordkorea wächst: Nach den verschärften UN-Sanktionen gegen das kommunistische Land bereitet die US-Regierung konkrete Schritte vor, um die Lieferung von verbotenen Waffen und Nuklearmaterial an das Regime in Pjöngjang zu verhindern.

US-Präsident Barack Obama und sein südkoreanischer Kollege Lee Myung Bak bekräftigen in Washington ihre harte Haltung gegen Nordkorea. Zugleich beschloss Japan am Dienstag einen Stopp aller Exporte in das Nachbarland. Russland und China forderten Pjöngjang beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) zum Verzicht auf Atomwaffen auf. Der Weltsicherheitsrat hatte am Freitag einstimmig für schärfere Sanktionen als Antwort auf Nordkoreas jüngste Atomtests votiert.

Obama rief die internationale Gemeinschaft zum entschlossenen Handeln auf. Die kürzlich verhängten UN-Sanktionen gegen Nordkorea seien mit «robusten Kräften» durchzusetzen. Wie die «New York Times» berichtete, haben die USA das geplante Vorgehen gegen nordkoreanische Schiffe mit Moskau und Peking abgestimmt. Im Einzelnen heißt es, die US-Marine solle verdächtige nordkoreanische Schiffe zu einem Hafen eskortieren, wo ihre Fracht untersucht werden soll. Allerdings soll die Marine dabei keine Gewalt anwenden. Obama und Lee betonten in Washington, das nordkoreanische Atom- und das Raketenprogramm seien eine schwere Bedrohung für die Sicherheit in Asien und in der Welt.

Nordkorea hatte nach den Sanktionsbeschlüssen der UN erneut mit Krieg gedroht und den Bau weiterer Atomwaffen angekündigt. Russlands Präsident Dmitri Medwedew verurteilte die Atom-Drohungen als «unannehmbar». Das Nuklearpotenzial Pjöngjangs sei eine «ernsthafte Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit», hieß es in einer auf dem SOZ-Gipfel in Jekaterinburg veröffentlichten Erklärung.

Die japanische Regierung beschloss am Dienstag die Einstellung sämtlicher Exporte in das kommunistische Nachbarland. Da Japan bereits unter anderem ein generelles Importverbot von Gütern aus Nordkorea nach dem ersten nordkoreanischen Atomversuch im Oktober 2006 verhängt hatte, bedeutet die neue Strafmaßnahme praktisch eine komplette Einstellung des beiderseitigen Handels.

Unterdessen berichtete die japanische Zeitung «Asahi Shimbun», dass der jüngste Sohn des gesundheitlich angeschlagenen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il definitiv seinen Vater an der Staatsspitze beerben soll. Kim Jong Jun habe sich jetzt bei einem Geheimbesuch in Peking als künftiger starker Mann in Pjöngjang vorgestellt, berichtete das Blatt unter Berufung auf chinesische und koreanische Quellen. Der junge Kim habe den chinesischen Staatschef Hu Jintao über diese noch inoffizielle Entscheidung informiert. Kim ist Mitte Zwanzig.

Für Spannungen hatte auch die Verurteilung zweier US- Journalistinnen gesorgt: Das höchste Gericht in Nordkorea hatte die beiden Frauen Anfang der vergangenen Woche wegen «schweren Verbrechens gegen die koreanische Nation und illegalen Grenzübertritts» zu jeweils zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt. Wie die staatlich kontrollierte Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag berichtete, sollen die beiden Fernsehjournalistinnen inzwischen ihre Teilnahme an einer «Verleumdungskampagne» gegen das kommunistische Land gestanden haben. Sie hätten die Grenze des Landes illegal übertreten, um mit Filmaufnahmen gezielt die Menschenrechtspolitik des Landes zu verfälschen.

Konflikte / Nordkorea
16.06.2009 · 19:33 Uhr
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