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Insolvenzen bei GM und Chrysler - Ein Vergleich

GM-Zentrale in DetroitGroßansicht
New York (dpa) - Im Überlebenskampf der Opel-Mutter General Motors (GM) deutet alles auf eine Insolvenz als letzten Rettungsweg hin. Auch US-Wettbewerber Chrysler versucht dies seit Anfang Mai und gilt daher als eine Art Testlauf - doch bei GM ist vieles anders:

GM ist weit größer - in vieler Hinsicht um den Faktor vier.

Der führende US-Autobauer GM hat mehr als viermal so viele Mitarbeiter (235 000) wie Chrysler. GM verkaufte 2008 mehr als viermal so viele Autos (8,35 Millionen) wie der Rivale und hat noch rund ein Dutzend Marken im Konzern im Vergleich zu drei bei Chrysler.

GM ist viel internationaler - vor allem mit Opel.

Das macht eine ohnehin rechtlich meist komplizierte Insolvenz zu einem in dieser Art multinationalen Präzedenzfall. Experten streiten bereits ausgiebig über die möglichen Auswirkungen auf Opel und andere Töchter.

GM hat viel mehr ökonomisches Gewicht - mit weltweiten Folgen.

Das Risiko für US-Präsident Barack Obama und die Bundesregierung in Berlin ist enorm. Ein gescheitertes Insolvenzverfahren mit einem endgültigen Aus für GM und womöglich sogar auch Opel würde über die Hersteller hinaus Millionen von Jobs weltweit gefährden.

GM hat viel mehr Gläubiger - insgesamt mehrere Zehntausend.

Ihre Forderungen: 27 Milliarden Dollar, bei Chrysler sind es knapp 7 Milliarden Dollar. Anders als bei Chrysler mit nur gut 40 Banken und Hedge-Fonds als wichtigsten Gläubigern sind viele GM-Anleihen unter Kleinanlegern breitgestreut. Das macht einen Schulden-Kompromiss weit schwieriger.

GM ist börsennotiert - und hat extrem frustrierte Aktionäre.

Ihnen droht die Totalentwertung ihrer steil abgestürzten Papiere. Wer nicht längst verkauft hat, ist Spekulant und ein unberechenbarer Gegner, etwa durch Klagen. Zudem gibt es viele Wertpapiere als Versicherung gegen eine GM-Pleite. Deren Besitzer stehen bei einem GM-Untergang womöglich besser da als bei einer Teilrückzahlung der Schulden.

GM muss in Amerika allein durch die Krise - ohne Allianzpartner.

Chrysler will sich mit Hilfe von Fiat retten. Auch GM sucht im internationalen Geschäft Käufer und Partner, etwa für Opel. Doch in den USA muss es der einst weltgrößte Autobauer alleine richten.

Auto / GM / Opel / USA
27.05.2009 · 08:56 Uhr
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