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Inhaftierter Bürgerrechtler Hu Jia schwer krank

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Peking (dpa) - Der inhaftierte chinesische Bürgerrechtler Hu Jia soll schwer krank sein. Die Familie habe deshalb die Freilassung des 36-Jährigen zur medizinischen Behandlung beantragt. Hu Jia leide möglicherweise an Leberkrebs, berichtete seine Frau Zeng Jinyan am Freitag in Peking.

Die Gefängnisbehörden hätten aber eine Entlassung Hus, der 2008 mit dem Sacharow-Menschenrechtspreis des Europäischen Parlaments ausgezeichnet worden war, aus gesundheitlichen Gründen vorerst abgelehnt.

Hu Jia leidet ohnehin unter chronischer Hepatitis B, Leberzirrhose und anderen gesundheitlichen Problemen. «Seine Krankheit hat sich in jüngster Zeit verschlechtert», sagte seine Frau. «Er braucht dringend gute Behandlung.» Die Gefängnisbehörden hätten ihr mitgeteilt, es gebe noch keine Diagnose. Selbst wenn Hu Jia an Krebs leide, werde er zunächst im Gefängnis behandelt, habe es ferner geheißen. Für eine Freilassung aus medizinischen Gründen müssten außerdem noch «andere Faktoren» berücksichtigt werden.

Der Aktivist, der sich für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in China eingesetzt hatte, war 2008 wegen «Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt» zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er wurde 2008 mit dem Sacharow-Menschenrechtspreis des Europäischen Parlaments ausgezeichnet. Menschenrechtsgruppen forderten seine sofortige Freilassung. «Hu Jia erhält nicht die nötige medizinische Behandlung im Gefängnis», sagte Renee Xia von der Organisation Chinese Human Rights Defenders (CHRD).

Seine Familie befürchtet, dass die schlechte Ernährung und die Bedingungen im Gefängnis seinen angeschlagenen Gesundheitszustand noch verschlechtern. Bereits im Juni 2008 hatten die Behörden einen Antrag auf Entlassung aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt. «Die chinesische Regierung hätte Hu Jia gar nicht erst inhaftieren dürfen», sagte Asien-Direktorin Sophie Richardson von Human Rights Watch. «Jetzt bestraft sie ihn grausamerweise, in dem ihm Bewährung aus medizinischen Gründen verweigert wird.»

Menschenrechte / China
09.04.2010 · 08:35 Uhr
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