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In Sachsen deutet sich bürgerliche Mehrheit an

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Dresden (dpa) - Sachsen steuert nach fünf Jahren CDU/SPD-Regierung auf einen Farbwechsel in der Koalition zu. Das neue Modell nach der Landtagswahl soll Schwarz-Gelb heißen, sind sich die beiden potenziellen Partner längst einig.

Umfragen zufolge hat die FDP deutlich zu den Sozialdemokraten aufgeholt. Am Sieg der Union indes gibt es keinen Zweifel. Auf eine Alleinregierung - wie es sie von 1990 bis 2004 gab - hoffen nur die Kühnsten in der CDU. Nach Lage der Dinge dürfte es erneut ein Parlament mit sechs Parteien geben - inklusive der rechtsextremen NPD.

Ließe sich Wahlkampf an flotten Plakat-Sprüchen, Spatenstichen oder Förderbescheiden festmachen, müsste die Polit-Debatte im Freistaat heftig toben. Auch an Info-Ständen, Diskussionen und Berliner Politprominenz gibt es keinen Mangel. Doch ein richtiges Rennen um Platz eins fehlt. CDU-Regierungschef Stanislaw Tillich setzt auf Ruhe und das Vertrauen des Wahlvolkes, dass es seine Partei angesichts der Wirtschaftskrise schon richten wird.

«Mit der FDP haben wir die größten Übereinstimmungswerte», sagt Tillich, während Liberale und SPD um einen Platz am Dresdner Kabinettstisch rangeln. Die Kontrahenten heißen SPD-Spitzenkandidat und Wirtschaftsminister Thomas Jurk sowie FDP-Spitzenkandidat Holger Zastrow. Der Ton ist rau. Wie auch immer es für die SPD ausgeht - mit einem Desaster wie vor fünf Jahren, als die Partei einstellig wurde, rechnet niemand.

Die Linke, die mit Fraktionschef André Hahn einen eigenen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten aufgestellt hat, wird nach Lage der Dinge wieder zweitstärkste Kraft im Parlament - doch einen Partner hat sie nicht. Die Grünen mit Fraktionschefin Antje Hermenau an der Spitze dagegen machen sich noch Hoffnung, als Koalitionspartner ins Boot zu kommen. Entweder zusammen mit der CDU oder als Juniorpartner in einer CDU/SPD-Regierung.

Bei den Themen im Wahlkampf waren die Parteien in Sachsen ziemlich einig. Bildung und Arbeitsplätze haben sich alle auf die Fahnen geschrieben. Anders sieht es beim Umgang mit der NPD aus. Mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung und einem gemeinsamen Gegenkonzept zu den Rechten tun sich die anderen Parteien noch immer schwer.

Wahlen / Landtag / Sachsen
30.08.2009 · 10:29 Uhr
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