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In Hamburg und Berlin brennen immer mehr Autos

Ausgebrannte Fahrzeuge im Hamburger Stadtteil Langenhorn (Foto vom 28.10.2009).Großansicht
Hamburg (dpa) - Mehr als 150 angezündete Autos seit Jahresbeginn in Hamburg, rund 250 zerstörte Fahrzeuge in Berlin: Im Schutz der Dunkelheit stecken Brandstifter in den beiden größten deutschen Städten immer wieder parkende Autos an.

Das Phänomen konzentriert sich vor allem auf diese Metropolen und auf Göttingen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa bei Polizei und Landeskriminalämtern (LKA) ergab. In einigen Großstädten versuchten Autodiebe auch, mit Brandstiftungen Spuren zu verwischen.

In Hamburg handelten verschiedene Täter nach Ansicht der Ermittler aus unterschiedlichen Motiven, manchmal wohl auch aus persönlicher Rache. Nur wenige Taten wurden nach Polizeiangaben bisher aufgeklärt. In der Hauptstadt glauben die Sicherheitsbehörden, dass die Täter vor allem der linksextremen Szene angehören. Sie haben seit Jahresbeginn 125 Brandanschläge verübt, meist auf Luxus-, Oberklasse- und Firmenwagen. Festnahmen und Verurteilungen gab es bislang kaum. Ein Verdächtiger sitzt nach Justizangaben derzeit in Untersuchungshaft.

In Göttingen setzten Linksextremisten in den vergangenen drei Jahren 22 Fahrzeuge in Brand. Auch diese Woche standen wieder zwei Wagen in Flammen. Die Polizei rechnet mit weiteren Anschlägen. Im Januar hatte sich eine linksextremistische Gruppe zu den Taten bekannt, die Ermittler haben bislang aber keinen konkreten Hinweis. In Berlin brüstete sich vor geraumer Zeit eine «Bewegung für Militanten Widerstand (BMW)» mit solchen Aktionen.

In anderen Bundesländern sind Brandstiftungen an Autos weitaus seltener. In Baden-Württemberg brannten bis Ende September 96 Fahrzeuge (Vorjahreszeitraum: 91) verschiedenster Art. Diese Zahlen umfassen allerdings nicht nur Brandstiftungen, sondern auch Folgen fahrlässig ausgeführter Reparaturen.

Das Polizeipräsidium Potsdam berichtete von zwölf Brandstiftungen mit 24 zerstörten Autos in diesem Jahr. Knapp die Hälfte davon stehe «in Verbindung mit dem vorherigen Diebstahl des Pkw». Die Polizei in Frankfurt (Oder) meldete für das laufende Jahr fünf brennende Autos, für den Vorjahreszeitraum vier. In Braunschweig gab es 2008 zwei Fälle, 2009 dagegen noch keinen.

Ein Sprecher der Nürnberger Polizei sagte dagegen: «Ich kann mich in den letzten Jahren an kein brennendes Auto wegen Brandstiftung erinnern.» Ähnlich äußerte sich die Polizei in Bremen, Wiesbaden, Köln und München. Die Frankfurter Polizei teilte mit, Brandstiftungen von Autos würden nicht gesondert erfasst, seien in der Bankenstadt aber auch kein Thema.

Ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) Mecklenburg-Vorpommern sagte: «Wir haben damit kein Problem.» Die Zahl der Brandanschläge mit politischem Hintergrund sei in den Jahren 2008 und 2009 einstellig gewesen. In Gießen wurden bei einem Brandanschlag kürzlich vier Autos zerstört. «Im Vergleich zu Paris, wo jede Nacht Dutzende Autos brennen, oder selbst Berlin haben wir es mit dieser Form der Kriminalität sehr selten zu tun», sagte ein Sprecher des hessischen LKA Mitte Oktober.

Kriminalität / Brände
29.10.2009 · 16:20 Uhr
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