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In Berlin fährt nur noch jede dritte S-Bahn

S-Bahn BerlinGroßansicht
Berlin (dpa) - Das S-Bahn-Chaos in der Hauptstadt wird noch größer. Die täglich etwa 1,3 Millionen Fahrgäste müssen von diesem Montag an mit noch mehr Zugausfällen fertig werden. Auf der Stadtbahn zwischen Ostbahnhof und Zoo wird der S-Bahn-Verkehr vorerst völlig eingestellt.

Grund sind verschärfte Sicherheitsauflagen des Eisenbahn-Bundesamts (EBA) für die wichtigste Zugbaureihe 481/482. Erst Anfang Dezember soll wieder der normale Fahrplan gelten, kündigte Bahnmanager Ulrich Homburg am Donnerstag in Berlin an. Die Bahn kann von Montag an - drei Wochen lang - nur noch ein Drittel der Flotte einsetzen. Die Berliner stöhnen schon seit Ende Juni über ausgefallene und überfüllte Züge.

Vom 10. August an wird sich die Lage nur schrittweise entspannen. Die Situation verschärfte sich, weil die EBA die Fristen für die Überprüfung und Auswechslung von Räder und Achsen nochmals verkürzte. Bis Anfang Dezember sollen sämtlicher Räder ausgetauscht sein, sagte Homburg. Er ist im Vorstand der Konzerntochter DB Mobility Logistics für den Personenverkehr zuständig.

Anlass für die Sicherheitsauflagen des EBA ist ein Radbruch am 1. Mai, als ein Zug in Berlin-Kaulsdorf entgleiste. Untersuchungen ergaben, dass die Radscheiben und Achsen der von Bombardier hergestellten rund 500 Doppelwagen der Baureihe 481 nicht die erwartete Lebensdauer haben. Bereits seit Ende Juni mussten Hunderte Wagen zur Überprüfung und Auswechselung von Rädern und Achsen in die Werkstätten. Homburg sagte, mit der Verschärfung der Lage am Montag sei «der Boden erreicht». Der Konzern nutze jedoch alle Möglichkeiten, um zu einem normalen Betrieb zurückzukehren.

In den kommenden Wochen will die S-Bahn vor allem den Zugverkehr auf den Vorortstrecken ins Berliner Umland aufrechterhalten. Auch die Ringbahnlinien S41/S42 fahren weiter im Zehn-Minuten-Takt. Auf der Stadtbahn zwischen Zoo und Ostbahnhof fahren statt der S-Bahn pro Stunde sieben Regionalzüge. Vom Südkreuz über Potsdamer Platz und Hauptbahnhof nach Gesundbrunnen werden Ersatzzüge durch den Nord-Süd-Tunnel der Fernbahn fahren. Auch andere Ziele wie etwa der Flughafen Schönefeld werden von der S-Bahn nicht angefahren. Stattdessen verkehren Busse, oder die Bahn verweist als Alternative auf Regionalbahnen.

Der ADAC hat angesichts des S-Bahn-Chaos einen völligen Verzicht auf Parkgebühren in der Berliner Innenstadt verlangt. Vor allem die Berufspendler aus dem Berliner Umland müssten entlastet werden.

Verkehr / S-Bahn / Hauptstadt
16.07.2009 · 19:03 Uhr
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