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Immer mehr gefälschte Arzneimittel im Umlauf

Brüssel (dts) - Nach Erkenntnissen der Brüsseler EU-Kommission sind immer mehr gefälschte Arzneimittel im Umlauf. Der zuständige EU-Industriekommissar Günter Verheugen, der auch Vizepräsident der Kommission ist, sagte der Zeitung "Die Welt" (Montagausgabe): "Die Zahl der gefälschten Arzneimittel in Europa, die beim Patienten landen, steigt immer mehr. Die EU-Kommission ist darüber äußerst besorgt". Es handele sich bei den gefälschten Arzneimitteln vor allem um Antibiotika, Krebs- und Malariamedikamente, cholesterinsenkende Arzneien sowie Schmerzmittel und Viagra. Verheugen: "Die Europäische Union hat bei gezielten Zollkontrollen in allen Mitgliedsländern innerhalb von nur zwei Monaten allein 34 Millionen gefälschte Tabletten sichergestellt. Das hat alle Befürchtungen übertroffen." Verheugen sagte weiter: "Man muss klar sagen: Medikamentenfälschungen sind ein Kapitalverbrechen, das mit aller Härte bestraft werden muss. Jede Fälschung von Medikamenten ist ein versuchter Massenmord. Selbst wenn ein Medikament nur unwirksame Stoffe enthält, kann es dazu führen, dass Menschen daran sterben, weil sie glauben, ihre Krankheit mit einem wirksamen Mittel zu behandeln." Der Industriekommissar erwartet, dass sich die EU im Kampf gegen Arzneimittelfälschungen im Jahr 2010 auf Maßnahmen einigen wird: "Ich rechne damit, dass sich die EU im kommenden Jahr einigen wird, dass der Weg einer Arznei von der Herstellung bis zum Verkauf minutiös zurückverfolgt werden kann. Dazu wird es Sicherheitszeichen auf den Medikamentenpackungen geben, darunter einen Barcode . Es wird auch ein Siegel geben, damit klar ist, ob und von wem die Packung gegebenenfalls geöffnet wurde, um Manipulationen der Medikamente zu verhindern", sagte Verheugen dem Blatt. Laut Verheugen sind Maßnahmen gegen gefälschte Medikamente "auch ein wichtiger Beitrag zur Senkung der Gesundheitsausgaben, denn die Einnahme unwirksamer oder schädlicher Mittel produziert Kosten in Millionenhöhe." Allerdings wird sich der Preis der Medikamente durch die neuen Sicherheitszeichen erhöhen.
EU / Gesundheit
07.12.2009 · 01:59 Uhr
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