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Im Jemen wächst die Angst vor Bürgerkrieg

Proteste im JemenGroßansicht

Sanaa (dpa) - Im Jemen wächst die Angst vor einem Bürgerkrieg und dem Zerfall des ohnehin schon brüchigen Staates. Bewohner der Hauptstadt Sanaa berichteten, in der Nacht zum Montag habe die Stadt die bisher heftigsten Artillerieattacken seit Beginn der Krise Anfang Februar erlebt.

«Es herrscht große Anspannung und Angst davor, dass der Präsident einen Bürgerkrieg provozieren will», sagte ein Augenzeuge in Sanaa. Am Montag sei fast niemand zur Arbeit gegangen.

Lokale Medien sprachen von mehr als 20 Toten seit Sonntag. Das Internetportal «Marib Press» meldete, nach dem Einschlag einer Granate im Feldhospital der Protestbewegung im Stadtzentrum seien drei Zivilisten gestorben. Zudem seien mehrere Viertel im Norden der Stadt sowie ein Stützpunkt der 1. Brigade der Armee beschossen worden.

Nach Angaben eines Augenzeugen versuchten die Regierungstruppen, die noch loyal zu Präsident Ali Abdullah Salih stehen, die Kämpfer rivalisierender Stammesführer und die 1. Brigade von General Ali Mohsen al-Ahmar in Gefechte zu verwickeln. Die Soldaten dieser Brigade, die versprochen hatte, die friedlichen Anti-Salih-Demonstranten zu schützen, hätten die Angreifer rund um den Taghier-Platz zurückgedrängt, hieß es.

Die dem Verteidigungsministerium nahestehende Website «26. September» berichtete, am Montag seien drei «Märtyrer» der Streitkräfte zu Grabe getragen worden, die am Vortag von den «Milizionären» Al-Ahmars und der islamistischen Partei Al-Islah, mit einer Mörsergranate getötet worden seien. In vierter Soldat sei in der Provinz Schabwa beigesetzt worden.

Zu den Gruppierungen, die Salihs Rücktritt fordern, gehören Islamisten, Liberale, Linke, Frauenverbände, Studenten und rivalisierende Stammesführer. Keine Rolle spielen dabei die Al-Kaida-Terrorzellen, die bei einem Luftangriff im September einen ihrer wichtigsten Wortführer, den US-Bürger Anwar al-Awlaki, verloren hatten.

Im Süden wittert derzeit die Separatistenbewegung eine Chance, das Chaos für ihre Zwecke zu nutzen. Sie tritt für eine erneute Abtrennung des 1990 mit dem Norden vereinigten Süd-Jemen ein.

In dieser Woche wird eine Resolution des UN-Sicherheitsrates zum Jemen-Konflikt erwartet. Präsident Salih befürchtet, dass man ihn in dieser Resolution zum Rücktritt auffordern wird.

Konflikte / Jemen
17.10.2011 · 17:13 Uhr
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