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ifo-Chef Sinn: Rettungsschirm untergräbt Bonität

Der Präsident des Institutes für Wirtschaftsforschung ifo, Hans-Werner Sinn (Archivbild)Großansicht

München (dpa) - Deutschland gefährdet mit den Hilfen für überschuldete Euro-Länder nach Ansicht von ifo-Chef Hans-Werner Sinn seine eigene Kreditwürdigkeit. So seien die Prämien für sogenannte Kreditausfallversicherungen (CDS) für zehnjährige Staatspapiere zuletzt drastisch gestiegen.

Dies zeige, dass die Märkte auf die bereits beschlossenen und nun zur Ausweitung anstehenden Rettungsschirme reagierten. Sie gingen davon aus, dass sich Deutschland übernehmen könnte, sagte Sinn. Die Bundesrepublik müsse bei einem Zahlungsausfall in Griechenland, Irland, Portugal und Spanien alleine für rund 468 Milliarden Euro haften. Damit lade sich Deutschland kaum beherrschbare Vermögensrisiken auf. Sollte auch Italien ausfallen, steige die deutsche Haftung auf 520 Milliarden Euro, sagte der Wirtschaftsforscher. Und die Wahrscheinlichkeit, dass diese Haftung in großen Teilen in Anspruch genommen werde, sei hoch. Die Finanzkrise sei ein «Pokerspiel zwischen den Vermögensbesitzern der westlichen Welt und der Bundesrepublik Deutschland», bei der es darum gehe, wer die maroden Staatspapiere der südlichen Länder übernehmen solle.

Deutschlands Versicherungsprämie für zehnjährige Staatspapiere sei im September auf den Wert von 124 Basispunkten gestiegen und liege nun um das 17-fache über dem Wert des ersten Halbjahres 2008. Das bedeute, «dass die Märkte über einen Zeitraum von zehn Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 12 Prozent den Konkurs der Bundesrepublik Deutschland erwarten.»

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ifo-Institut
EU / Finanzen / Griechenland
27.09.2011 · 15:44 Uhr
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