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IAEA: Lage etwas stabilisiert, aber «sehr ernst»

Wien (dpa) - Die Situation im Atomkraftwerk Fukushima 1 hat sich nach Einschätzung der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) seit Mittwoch etwas stabilisiert - kann sich aber jederzeit ändern.

Die Lage in der Anlage habe sich seit Mittwoch nicht verschlechtert, sagte der IAEA-Experte Graham Andrew bei einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag in Wien. «Aber es ist weiterhin möglich, dass es schlimmer werden könnte», so Andrew. Die Situation sei weiterhin sehr ernst.

IAEA-Chef Yukiya Amano war am Mittwoch mit einem Expertenteam von Wien aus Richtung Tokio gestartet. Seine Mitarbeiter sollen seinen Angaben nach auch Fukushima besuchen. Anfang kommender Woche soll sich dann der IAEA-Gouverneursrat in einer Sondersitzung mit Japan befassen.

Die Radioaktivitätswerte hätten sich innerhalb von 30 Kilometern rund um Fukushima nach punktuellen Messungen deutlich erhöht, sagte Andrew. In Tokio liegen sie aber nach IAEA-Angaben unverändert unter einem nicht gesundheitsschädlichen Wert. Inzwischen erhalte man Messwerte aus 47 japanischen Städten.

In den Reaktoren 1 und 3 sind die Brennstäbe nach IAEA-Informationen nur halb mit Wasser bedeckt, im Reaktor 2 liegt der Wasserstand etwas über der Mitte der Brennstäbe. Im Reaktorblock 2 wird vermutet, dass der Sicherheitsbehälter (containment) beschädigt ist. In den Reaktoren 1, 2 und 3 sind die Brennstäbe nach IAEA-Angaben vermutlich beschädigt. Die Situation im Reaktor 4 bezeichnete Andrews als «große Sicherheitsgefahr»: Seit Dienstag gebe es keine Daten mehr über den Zustand der Brennstäbe im Abklingbecken, nach dem letzten gemessenen Wert war das Wasser dort kurz vor dem Kochen.

Momentan versuchten die Arbeiter, wieder eine Stromversorgung aufzubauen. «Das wichtigste ist die Elektrizität, das gibt ihnen Optionen» sagte Andrews. Die Arbeiter agierten in den fensterlosen Gebäuden teils völlig im Dunkeln, alle Steuerelemente seien ausgefallen. Ob das Kühlsystem überhaupt noch so intakt ist, dass es mit Strom wieder funktionieren würde, konnten die IAEA-Experten nicht sagen.

Erdbeben / Atom / IAEA / Japan
18.03.2011 · 00:22 Uhr
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