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Hurrikan «Tomas» schrammt an Haiti vorbei

Angst vor 'Tomas'Großansicht

Port-au-Prince (dpa) - Der zu einem Hurrikan erstarkte Wirbelsturm «Tomas» hat das krisengeschüttelte Haiti bislang weitgehend verschont. Das Zentrum des Sturms schrammte am Freitag an der Südwestspitze Haitis vorbei und raste mit 135 Stundenkilometern nach Norden auf den Osten Kubas zu.

Ein Vertreter des lokalen Flughafens in Les Cayes in Haiti sagte am Freitag am Telefon, der Airport sei geöffnet und könne jederzeit Maschinen aufnehmen. Die Küstenstadt Les Cayes lag dem Zentrum des Hurrikans am nächsten. In der Hauptstadt Port-au-Prince regnete es ununterbrochen.

Der über dem Meer tobende Wirbelsturm verstärkte sich am Freitag über den warmen Meereswasser zwischen Jamaika, Haiti und Kuba. Die Meteorologen erwarteten, dass er noch am Freitag an der Ostspitze Kubas vorbeischrammen und auf die Bahamas zusteuern werde.

Haiti ist in diesem Jahr bereits von zwei Katastrophen heimgesucht worden: Im Januar zerstörte ein Erdbeben mit etwa 220 000 Toten die Hauptstadtregion und am 20. Oktober brach in Zentralhaiti eine Cholera-Epidemie aus. Wegen des herannahenden Wirbelsturms wurden im im Zentrum von Port-au-Prince zwei gerade aufgestellte Cholera-Behandlungszentren wieder abgebaut.

«Es ist windig, aber nicht stürmisch», sagte der Flughafensprecher in Les Cayes. Es regne stark, aber zu Überflutungen sei es nicht gekommen. Schäden seien auch nicht gemeldet worden. Vor allem in der Region dieser Stadt war mit Überflutungen und Sturmschäden gerechnet worden.

Der internationale Flughafen von Port-au-Prince war bereits am Donnerstagabend vorsorglich für den zivilen Luftverkehr geschlossen worden. Die USA waren nach Angaben der UN bereit, im Notfall erneut - wie schon im Januar - vorübergehend die Kontrolle über den Flughafen-Tower zu übernehmen, um die Hilfe von dort aus zu steuern. Der Chef der UN-Mission Minustah, Edmond Mulet, sagte der Nachrichtenagentur dpa, es sei zu befürchten, dass Haiti vom Wirbelsturm «Tomas» schwer getroffen wird.

Der höchste UN-Repräsentant in Haiti sagte weiter, dass die Fluten viele Straßen und Brücken zerstören könnten, darunter auch die Strecke in die benachbarte Dominikanische Republik. Dann sei der Flughafen von Port-au-Prince die einzige Möglichkeit, um Hilfsgüter schnell ins Land zu bringen.

Es seien daher bereits Schiffe mit Gütern aus den USA, Großbritannien und Frankreich nach Haiti unterwegs, sagte Mulet weiter. Außerdem sei ein in Puerto Rico stationierter Hubschrauber-Träger nach Haiti beordert worden und die Minustah habe Ingenieure und Bautrupps in den gefährdeten Gebieten im Süden des Landes in Stellung gebracht. Sie sollen im Falle von Zerstörungen schnell eingreifen.

In Port-au-Prince hatten sich die Menschen am Donnerstag mit Lebensmitteln eingedeckt. Die Schulen wurden geschlossen, vor allem, um auch Platz für Obdachlose zu schaffen. In Port-au-Prince und Umgebung leben immer noch über eine Million Erdbebenopfer in provisorischen Zeltlagern.

Der Wirbelsturm war in der vergangenen Woche vor den Kleinen Antillen entstanden und hatte dort auf der Insel St. Lucia elf Menschen getötet.

Karibik / Wetter / Haiti
05.11.2010 · 18:09 Uhr
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