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Hunderttausende protestieren in Teheran

Teheran (dpa) - Die Proteste gegen die Wiederwahl des erzkonservativen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad weiten sich aus.

Trotz Verbots strömten am Montag Hunderttausende Anhänger des unterlegenen Reformkandidaten Mir Hussein Mussawi zur Universität und zu einem riesigen Platz im Zentrum Teherans, wie Augenzeugen berichteten. Teilnehmer sprachen sogar von einer Million Demonstranten. «Wir haben euch gewarnt, wenn ihr uns betrügt, machen wir euch das Leben zur Hölle», riefen die Demonstranten.

Am Platz und in den umliegenden Straßen bezog ein massives Sicherheitsaufgebot Stellung, die Polizisten griffen zunächst allerdings nicht ein. «Polizei, Polizei, Danke», riefen die Demonstranten.

Sie werfen dem Innenministerium Wahlbetrug vor, um Ahmadinedschad so zum Sieg zu verhelfen. Er hatte nach offiziellen Angaben bei der Präsidentschaftswahl am Freitag fast 63 Prozent der Stimmen erhalten, Mussawi lediglich knapp 34 Prozent. Nach allen Vorhersagen war ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet worden.

Auch Mussawi kam zum Kundgebungsort, musste aus Sicherheitsgründen jedoch im Wagen bleiben. Augenzeugen berichteten, auch der frühere Präsident Mohammed Chatami und der moderate Geistliche Mehdi Karrubi befänden sich in der Nähe des Kundgebungsortes.

Konflikte / Wahlen / Iran
15.06.2009 · 15:58 Uhr
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