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Horror-Tornados in USA: Mehr als 270 Tote

Tornado-Schäden im US-Bundesstaat GeorgiaGroßansicht

Washington (dpa) - Eine Serie von bis zu 150 Horror-Tornados hat Tod und Verwüstung im Süden der USA hinterlassen: Über 270 Menschen kamen ums Leben, Häuserblocks wurden dem Erdboden gleichgemacht. Sechs Bundesstaaten waren betroffen.

Präsident Barack äußerte sich tief erschüttert. «Der Verlust an Menschenleben ist herzzerreißend», sagte er im Weißen Haus. Es handele sich um die schwersten Wirbelstürme seit Jahrzehnten. Obama sagte den Menschen Hilfe zu. Am Freitag will er in die Krisengebiete fliegen.

Allein im Bundesstaat Alabama starben fast 150 Menschen. Ein Atommeiler nahe Athens wurde von der Stromversorgung abgeschnitten, die drei Reaktoren schalteten sich automatisch ab.

«Wir werden wahrscheinlich das Ausmaß der Zerstörung erst in Tagen kennen», sagte Obama bereits in einer ersten Erklärung in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit). «Wir stehen bereit, (....) allen Bürgern zu helfen, die von diesen Stürmen betroffen sind.»

Am schwersten wurde Tuscaloosa in Alabama getroffen. Der Tornado, der am Mittwoch (Ortszeit) über die Stadt hinwegfegte, hatte eine Breite von mehr als 1,5 Kilometern. Innerhalb weniger Minuten verwandelte der Wirbelsturm Straßenzüge in Trümmerlandschaften. Autos wurden durch die Luft gewirbelt.

Allein hier wurden mindestens 36 Einwohner tot geborgen, mehr als 600 in Krankenhäuser gebracht. «Ich weiß nicht, wie es überhaupt Überlebende geben konnte», sagte der völlig schockierte Bürgermeister Walter Maddox. «Bitte betet für uns!»

Dutzende Todesopfer und schwere Verwüstungen gab es auch in den Staaten Mississippi, Arkansas, Georgia und Tennessee. Siedlungen wurden dem Erdboden gleichgemacht, Hunderttausende Menschen saßen ohne Strom da. In Alabama, Mississippi und Georgia wurde der Notstand ausgerufen. In Virginia starben acht Menschen.

In Washington ließ sich Obama ständig auf dem Laufenden halten. Er schickte den Chef der nationalen Behörde für Katastrophenmanagement (FEMA), Craig Fugate, nach Alabama und stellte bereits Bundesmittel zur Unterstützung der Bergungs- und Aufräumarbeiten in dem Staat bereit.

Es wird befürchtet, dass die Zahl der Toten weiter steigen könnte. Den gesamten Donnerstag waren Einwohner und Rettungskräfte dabei, unter den Trümmern der Häuser nach Überlebenden zu suchen. Wegen vieler umgestürzter Bäume und Schuttberge konnten sich Rettungsmannschaften in manchen Gebieten erst am Donnerstag - teils 24 Stunden nach den Unwettern - einen Weg durch die Trümmerhalden bahnen.

Die Schäden seien derart enorm und so weit verbreitet, dass es wahrscheinlich Tage dauern werde, bis das Ausmaß der Katastrophe abzusehen sei, sagte Alabamas Gouverneur Robert Bentley.

Er rief 2000 Nationalgardisten zur Hilfe, um nach Überlebenden zu suchen. Rettungsmannschaften waren bereits die Nacht zum Donnerstag überall im Einsatz, «bis zur Erschöpfung», schilderten lokale Medien. «Sie arbeiten bis zum Umfallen.»

Viele Straßen waren unpassierbar, Trümmer über Trümmer, umgestürzte Bäume und Autos; Menschen, die weinend vor dem Schutthaufen standen, dort, wo noch kurz zuvor ihr Zuhause war. «Es ist Brachland, es gibt keine Gebäude mehr», beschrieb eine Einwohnerin in Jefferson County das Bild. «Mein Badezimmer ist jetzt auf der anderen Straßenseite», sagte eine andere fassungslos dem örtlichen Sender WMBC.

Alle Krankenwagen aus der Region waren im Einsatz. «Es ist so wie mit den vielen Taxis in New York», sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes in Birmingham. In manchen Gebieten Alabamas sind die Leichenhallen so überfüllt, dass Kühlwagen die Toten aufnehmen müssen.

Die Nuklearregulierungsbehörde (NRC) in Washington konzentrierte unterdessen ihr Augenmerk auf einen Atommeiler nahe Athens in Alabama, der bei den Unwettern am Mittwochabend (Ortszeit) von der Stromversorgung abgeschnitten worden war. Die drei Reaktoren der Browns-Ferry-Anlage schalteten sich danach automatisch ab, wie die NRC mitteilte. Der Vorfall sei als «ungewöhnlich» eingestuft worden - das ist die niedrigste von vier NRC-Kategorien bei der Beschreibung von Notsituationen.

Unwetter / USA
28.04.2011 · 22:47 Uhr
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