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Honduras: Zelaya misstraut Dialog mit Micheletti

Der gestürzte honduranische Staatschef Manuel Zelaya will zurück in sein Amt.Großansicht
Tegucigalpa (dpa) - Der gestürzte honduranische Staatschef Manuel Zelaya misstraut nach eigenen Worten dem Dialog mit Interimspräsident Roberto Micheletti, der an diesem Mittwoch in der Hauptstadt Tegucigalpa beginnen soll.

Unter Teilnahme einer Gruppe von Außenministern der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) sollen Vertreter beider Konfliktparteien beginnen, über eine Beilegung der seit drei Monaten anhaltenden Staatskrise zu verhandeln. Micheletti hatte zuvor den vor gut einer Woche verhängten Ausnahmezustand aufgehoben, mit dem vor allem Protestaktionen der Opposition unterbunden worden waren.

Ein Sprecher Zelayas erklärte im honduranischen Fernsehen, Zelaya warne die Außenminister, die am Mittwoch in Tegucigalpa eintreffen sollten, sich vor «Manövern» der De-facto-Regierung in Acht zu nehmen. «Wir misstrauen denen, die heute das Land regieren», hieß es in der Erklärung. Zelaya hatte die Beendigung des Ausnahmezustands zur Bedingung für die Teilnahme an dem Dialog gemacht. Er verlangt allerdings auch ein Ende der Absperrung der Zugänge zur brasilianischen Botschaft in der Hauptstadt. Dort hat er seit 21. September Zuflucht gefunden.

Micheletti hatte zum ersten Mal öffentlich eingestanden, dass es ein Fehler gewesen sei, den Ende Juni gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya ins Exil zu schicken. Die verantwortlichen Militärs würden sich dafür der Justiz stellen müssen, «wie alle, die einen Fehler gemacht haben». Das Oberste Gericht habe seinerzeit lediglich angeordnet, Zelaya, dem Verfassungsbruch vorgeworfen wird, festzunehmen. Am 28. Juni hatte eine Gruppe von Militärs den Präsidenten festgenommen und ihn nach Costa Rica ausgeflogen. Die Militärs hatten damals erklärt, sie wollten ein Blutvergießen in Honduras vermeiden.

Die Lage in Honduras hatte sich verschärft, als Zelaya am 21. September völlig überraschend nach Honduras zurückgekehrt und in der brasilianischen Botschaft untergekommen war. Er rief seine Anhänger zur «Offensive» gegen die «Putschisten» auf, um ihm den Weg zurück ins Präsidentenamt zu ebnen. Es kam allerdings nicht zur großen Rebellion, zumal Micheletti mit der Verhängung des Ausnahmezustandes reagierte.

Ende November sollen in Honduras Präsidentschaftswahlen abgehalten werden. Sie dürften international nur anerkannt werden, wenn Zelaya zuvor in das Amt zurückkehrt, um an der Spitze einer Regierung der nationalen Versöhnung die Wahlen vorzubereiten. Auch Zelaya will die Wahlen nur anerkennen, wenn er selbst wieder Präsident und damit die Verfassungsordnung wiederhergestellt ist.

Konflikte / Regierung / Honduras
06.10.2009 · 22:48 Uhr
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