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Homöopathie - „Sanfte Behandlung mit nachweisbarer Wirkung“

Homöopathische Behandlungen sind bei Patienten sehr beliebtGroßansicht

Rund 60 Prozent der Deutschen haben schon einmal zu homöopathischen Arzneimitteln gegriffen. Jeder Zweite war mit dem Ergebnis zufrieden, wie eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach zeigt. Dennoch wird die Wirksamkeit von Homöopathie immer wieder infrage gestellt - zu Unrecht, findet der Verband klassischer Homöopathen.

Erst kürzlich entbrannte bei der Krankenkasse Die Techniker (TK) auf Twitter ein Streit darüber, warum die Kasse für homöopathische Behandlungen zahlt, obwohl diese möglicherweise gar nicht helfen. Ein Nutzer fragte die TK nach wissenschaftlichen Studien, welche belegen, dass Homöopathie wirkt. Doch eben solche Statistiken würden bisher fehlen, behaupten Kritiker.

Im Interview mit finanzen.de erklärt Dr. Birgit Weyel vom Verband klassischer Homöopathen Deutschland e.V. (VKHD) allerdings, dass es sehr wohl Studien gibt, "die die Wirksamkeit der Homöopathie bei verschiedenen Erkrankungen belegen". Sie betont außerdem, dass die Unterstützung der Kassen nicht so groß ist, wie viele Patienten denken.

Frau Dr. Weyel, was genau verbirgt sich überhaupt hinter dem Begriff "Homöopathie"? Wovon grenzt sich die "klassische Homöopathie" ab?

Dr. Birgit Weyel: Der Begriff "Homöopathie" leitet sich von den griechischen Worten "homoios" (ähnlich) und "pathos" (Leiden) ab. Der Homöopathie liegt die Erkenntnis zugrunde, dass ein Leiden geheilt oder zumindest gelindert werden kann mit einem Wirkstoff, der nachweislich bei gesunden Personen Beschwerden auslöst, die denen des Kranken ähnlich sind. Wie die einzelnen Substanzen wirken, wird in sogenannten Arzneimittelprüfungen an gesunden Probanden ermittelt.

Die "klassische Homöopathie" ist eine Therapie mit homöopathischen Arzneimitteln, die aus einer einzigen Ausgangssubstanz gefertigt werden. Damit grenzt sie sich von der sogenannten Komplexmittel-Homöopathie ab. Komplexmittel sind Präparate, in denen mehrere homöopathische Arzneien zusammengemischt sind. Sie werden, ähnlich wie konventionelle Medikamente, nach bestimmten Indikationen eingenommen. In der "klassischen Homöopathie" wählt der Therapeut die Arznei dagegen nach den individuellen Beschwerden des Patienten aus. Diese können bei Heuschnupfen von tränenden oder geschwollenen Augen über Fließschnupfen und Niesattacken bis zum juckenden Gaumen reichen. Auch Kopfschmerzen können sich sehr unterschiedlich darstellen.

Welche Patienten vertrauen in Deutschland vorwiegend auf homöopathische Behandlungen?

Dr. Birgit Weyel: Ich weiß aus meiner eigenen Praxis und auch von Kollegen, dass sich überwiegend Frauen für eine homöopathische Behandlung entscheiden. Das bestätigt die Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach. Oft suchen auch junge Mütter mit ihren Kindern einen homöopathisch arbeitenden Heilpraktiker oder Arzt auf. Wenn die Behandlung des Kindes erfolgreich war, kommen anschließend auch die Eltern mit ihren Beschwerden zur Behandlung.

Die Wirksamkeit von Homöopathie wird immer wieder infrage gestellt. Wie stehen Sie zu der Kritik, dass es bisher keine wissenschaftlichen Studien zur Wirksamkeit gibt?

Dr. Birgit Weyel: Das wird zwar immer wieder behauptet, stimmt aber nicht. Es gibt durchaus Studien, die die Wirksamkeit der Homöopathie bei verschiedenen Erkrankungen belegen. Darüber hinaus zeigt die Grundlagenforschung, dass homöopathisch zubereitete Arzneien auf einzelne Zellen oder auf einfache Organismen wie Wasserlinsen einen deutlichen Einfluss haben. Und die Versorgungsforschung belegt, dass Patienten von einer homöopathischen Behandlung ebenso profitieren wie von einer konventionellen.

Richtig ist allerdings, dass der genaue Wirkmechanismus der Homöopathie bis heute nicht geklärt werden konnte. Es gibt zwar verschiedene Erklärungsmodelle, doch keines konnte bislang bewiesen werden.

Welche Vorteile bringt Homöopathie Ihrer Meinung nach für Patienten mit sich?

Dr. Birgit Weyel: Patienten berichten häufig davon, dass lange bestehende oder wiederkehrende Beschwerden durch die homöopathische Behandlung beim Heilpraktiker oder Arzt dauerhaft verschwinden. Viele Erkrankte haben schon einmal unerwünschte Nebenwirkungen bei der Einnahme konventioneller Medikamente erlebt und wünschen sich eine möglichst sanfte Behandlung. Da kann die Homöopathie punkten, denn Nebenwirkungen treten fast nie auf.

Problematisch kann allerdings die Selbstbehandlung werden. Denn wenn Patienten über einen längeren Zeitraum aus Unkenntnis ein für sie nicht passendes homöopathisches Arzneimittel einnehmen, können sich die Beschwerden verschlimmern.

Wie viel Geld geben die Deutschen jedes Jahr für homöopathische Arzneimittel aus?

Dr. Birgit Weyel: Gemessen an den gesamten Ausgaben für Arzneimittel sind die Kosten für homöopathische Arzneien verschwindend gering: Laut einem Bericht des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller wurde in den Apotheken 2015 ein Umsatz in Höhe von 595 Millionen Euro mit homöopathischen Arzneien gemacht. Der Gesamtumsatz der Apotheken mit rezeptpflichtigen und rezeptfreien Arzneien lag im selben Jahr bei 50,2 Milliarden Euro. Mit anderen Worten: Für homöopathische Arzneien gaben die Deutschen gerade einmal knapp 1,2 Prozent ihres gesamten Arzneimittel-Budgets aus.

Wird Homöopathie von den gesetzlichen Krankenkassen ausreichend wahrgenommen und unterstützt? Wie steht es mit der Unterstützung in der privaten Krankenversicherung?

Dr. Birgit Weyel: Die Leistungen von uns homöopathisch arbeitenden Heilpraktikern werden von den gesetzlichen Krankenkassen überhaupt nicht erstattet. Das sieht das Sozialgesetzbuch nicht vor. Gesetzlich krankenversicherte Patienten zahlen die homöopathische Behandlung beim Heilpraktiker also selbst oder schließen eine Zusatzversicherung ab. Auch die homöopathische Behandlung beim Arzt gehört nicht zu den Regelleistungen der Krankenkassen. Viele Kassen erstatten die Behandlungskosten bei Ärzten mit Homöopathie-Diplom allerdings freiwillig im Rahmen sogenannter "Selektivverträge Klassische Homöopathie".

Bei den privaten Krankenversicherungen sieht es etwas anders aus. Dort ist die Höhe der Erstattung abhängig vom jeweiligen Vertrag, den der Versicherte mit seiner Kasse abgeschlossen hat.

Vielen Dank für das Interview, Frau Dr. Weyel.

Verbrauchernews
[finanzen.de] · 20.03.2017 · 08:27 Uhr
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