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Homo-Ehe bleibt in Kalifornien verboten

Proteste gegen GerichtsentscheidGroßansicht
San Francisco (dpa) - Die Homo-Ehe in Kalifornien bleibt verboten. Das entschied der Oberste Gerichtshof des größten US-Bundesstaates am Dienstag (Ortszeit) in San Francisco mit klarer Mehrheit.

Die Richter erklärten ein Referendum vom vergangen November für gültig, in dem die kalifornischen Wähler die gleichgeschlechtliche Ehe für unzulässig erklärt hatten. Sechs der sieben Richter votierten für die Anerkennung des Referendums. Homosexuellen-Organisationen reagierten mit Protesten und kündigten eine erneute Volksbefragung an.

Allerdings erkannte das Gericht die Gültigkeit von 18 000 Homo- Ehen an, die zwischen Mai 2008 und dem Referendum im November geschlossen worden waren. Im Mai 2008 hatten die obersten Richter schwulen und lesbischen Paaren zunächst grünes Licht zum Heiraten gegeben. Von den 50 US-Bundesstaaten erkennen bisher lediglich 5 die Eheschließung von Gleichgeschlechtlichen an. Allerdings haben in Kalifornien und einigen anderen Staaten zusammenlebenden Homosexuellen ähnliche Rechte wie heterosexuellen Paare.

Tausende Menschen, die sich vor dem Gerichtsgebäude in San Francisco versammelten hatten, reagierten mit Buh-Rufen und Protesten. «Es ist eine Schande, jeder Amerikaner sollte die gleichen Rechte haben», sagte eine junge Frau.  Dem Urteil war ein jahrelanger bitterer Streit vorausgegangen.

Der Vorsitzende Richter Ronald George meinte in der Urteilsbegründung, das Referendum stelle keine illegale Verweigerung von Verfassungsrechten dar, wie es die Befürworter der Homo-Ehe behaupten. Diese waren in der Vergangenheit immer wieder mit Slogans wie «Wir alle verdienen das Recht auf Heirat» auf die Straße gegangen. «Ein Zivilrecht wegzunehmen, das uns bereits zugesprochen wurde, ist ein krimineller Akt», war eines der Argumente der Schwulen-Lobby.

Bei dem Referendum, das zeitgleich mit der US-Präsidentenwahl am 4. November abgehalten worden war, hatten 52 Prozent der Wähler gegen die Homo-Ehe gestimmt. Eine Reihe anderer US-Bundesstaaten erkennt die Schwulen- und Lesben-Ehen unterdessen an. Erst vor kurzem schlossen sich Maine, Vermont, Iowa und Connecticut dem Vorreiter Massachusetts an, der als erster Bundesstaat im Jahr 2004 die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare erlaubt hatte. (Achtung: Dazu hat dpa einen Korrespondentenbericht gesendet.) 

Gesellschaft / USA
27.05.2009 · 15:57 Uhr
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