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Holland: Sieben Tote bei Amoklauf mit Maschinenpistole

Amoklauf in Alphen aan den RijnGroßansicht

Amsterdam (dpa) - Ein Amokschütze hat in einem holländischen Shopping Center mit einer Maschinenpistole um sich gefeuert und sechs Menschen getötet. Unter den Opfern sind auch Kinder. Zehn Menschen wurden verletzt, drei von ihnen lebensgefährlich.

Danach tötete der als «groß, blond und blauäugig» beschriebene Mann sich selbst vor geschockten Augenzeugen mit einen Kopfschuss. Dafür habe der etwa 25-jährige Mann eine andere Waffe benutzt, hieß es bei der Polizei. Nach dem Amoklauf seien vorsichtshalber alle Einkaufszentren in der Umgebung der betroffenen Gemeinde Alphen aan den Rijn evakuiert worden. Königin Beatrix bekundete den Opfern ihr Beileid.

Die Identität des Täters sei rasch ermittelt worden, sagte die zuständige Staatsanwältin Kitty Nooy. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, wolle man zunächst nicht mehr sagen, als dass es sich um einen einheimischen Niederländer handele. Die Wohnung des jungen Mannes sei auch wegen Gerüchten über eine angebliche Hortung von Sprengstoff und Waffen durchsucht worden, bestätigte die Staatsanwältin auf Nachfrage. Ob die Polizei dabei fündig wurde, wollte sie nicht sagen.

Der Täter habe «äußerlich völlig ruhig» gegen Mittag das Einkaufszentrum De Ridderhof in der rund 40 Kilometer südlich von Amsterdam liegenden Gemeinde betreten, sagte der Bürgermeister Bas Eenhorn unter Berufung auf Zeugen. «Plötzlich schoss er jedoch um sich, wir rannten um unser Leben», schilderte ein Frau. «Man hört immer nur tack, tack, tack, schrecklich. Es brach eine Riesenpanik aus, die Leute stürzten übereinander.»

Der Mann soll mehr als 10 Minuten gefeuert haben bis das Magazin leer war. Nach unbestätigten Berichten trug er einen Tarnanzug. Erst vor knapp einem Monat hatte es in der bis dahin als völlig friedlich geltenden Gemeinde eine Schießerei mit zwei Toten gegeben, berichtete Eenhoorn. Inzwischen sei aber klar, dass «absolut kein Zusammenhang» mit dem Amoklauf bestehe, sagte der Bürgermeister.

Für Zeugen der Bluttat und Angehörige der Opfer wurde in einer Kirche direkt neben dem Ridderhof ein Betreuungszentrum eingerichtet. Dort fanden sich mehr als 150 Menschen ein, die sich auch gegenseitig Trost zusprachen. Das Drama in Alphen aan den Rijn habe ihr großen Kummer bereitet, ließ Königin Beatrix (73) erklären. Die Königin sei «sprachlos angesichts des enormen Leids, das so vielen Menschen zugefügt wurde», sagte ein Hofsprecher.

Beatrix hatte erst vor zwei Jahren mit angesehen, wie ein Attentäter versuchte, mit seinem Auto ihren Bus zu rammen. Der 38-Jährige hatte dabei am 30. April 2009 fast 20 Menschen zu Boden gerissen, von denen sieben starben. Auch er selbst erlitt tödliche Verletzungen. Die Königin wird am kommenden Dienstag in Deutschland zu einem Staatsbesuch erwartet.

Kriminalität / Niederlande
09.04.2011 · 20:32 Uhr
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