Hoffnung auf Griechenlösung treibt Europa-Börsen auf neue Hochs
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Aktienmärkte bleiben am Mittwoch im Bullenmodus. Die Hoffnung auf einen erfolgreichen Ausgang der Schuldenverhandlungen in Griechenland treibt Europas Börsen auf neue Jahreshochs. Auch der Euro zieht kräftig an; die Marke von 1,33 Dollar rückt in Reichweite. Laut einem Bericht des Wall Street Journal ist die EZB nun offenbar doch bereit, sich an einem Schuldenschnitt für Griechenland zu beteiligen. Damit wäre eine wichtige Hürde für eine Einigung genommen. Zugleich schreiten die Verhandlungen innerhalb der griechischen Regierung über die von der sogenannten Troika geforderten Reformen voran.
Bis 12.52 Uhr steigt der Euro-Stoxx-50 um 0,6 Prozent oder 14 auf 2.528 Punkte. Für den Stoxx-50 geht es 0,1 Prozent bzw 3 auf 2.500 Stellen nach oben. Im Euro-Stoxx-50 wurden bei 2.538 und im Stoxx-50 bei 2.508 neue Jahresbestmarken markiert. Mit Aufschlägen von mehr als 2 Prozent liegen die griechischen und portugiesischen Börsenplätze ganz vorne.
Den Vorsitzenden der drei Parteien, die an der Regierungskoalition in Griechenland beteiligt sind, wurde am Mittwochmorgen ein Dokument zugestellt, das die Reformen umreißt, denen das Land zustimmen muss, um das zweite von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds geschnürte Hilfspaket im Volumen von 130 Milliarden Euro zu erhalten. Um 14.00 Uhr MEZ werden die Parteispitzen zu Beratungen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Lucas Papademos über die Maßnahmen zusammenkommen, wie das Büro des Ministerpräsidenten mitteilte.
Vinci-Zahlen beruhigen Anleger
"Solide Zahlen und der Ausblick ein bisschen besser als erwartet", kommentiert ein Händler den Bericht des Baukonzerns Vinci. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz der Franzosen um 11 Prozent auf knapp 37 Milliarden Euro. Das Unternehmen selbst hatte ein Wachstum von 7 Prozent angepeilt. Neben den Umsatzzahlen hebt die Societe Generale die gesenkte Nettoverschuldung positiv hervor. Die Konsensschätzungen im Markt dürften nach den Zahlen angehoben werden. Vinci steigen 1,8 Prozent auf 37,49 Euro, für den Sektor geht es 0,7 Prozent nach oben.
Sanofi von Geschäftszahlen und Gewinnmitnahmen belastet
"Die Zahlen für das vierte Quartal wie erwartet, der Ausblick für 2012 ist aber etwas schwächer als prognostiziert ausgefallen", sagt ein Händler mit Blick auf den Geschäftsbericht von Sanofi. Für das laufende Jahr erwartet der französische Pharmagigant einen Rückgang des Gewinns je Aktie um 12 bis 15 Prozent gegenüber 2011. "Wie hatten eine Spanne von 10 bis 15 Prozent erwartet", so der Marktteilnehmer. Sanofi verlieren 1,7 Prozent auf 55,57 Euro - auch getrieben von Gewinnmitnahmen. Angesichts der sich bessernden Wirtschaftsaussichten ziehen sich die Anleger zusehends aus dem Pharmabereich zurück.
BHP Billiton kann Erwartungen nicht ganz erfüllen
Die Geschäftszahlen zum ersten Geschäftshalbjahr von BHP Billiton haben ergebnisseitig leicht unter den Erwartungen gelegen, waren im Großen und Ganzen aber wenig aufregend, wie Numis sagt. Das bereinigte EBITDA habe um 8 Prozent über dem Konsens gelegen. Das Pilbara-Eisenerz-Projekt habe trotz Unterbrechungen eine Rekordfördermenge erzielt. Das Nettoergebnis vor Sonderposten sei um 7 Prozent auf 9,9 Milliarden Dollar gesunken und habe knapp unter dem Konsens gelegen. BHP Billiton notieren wenig verändert bei 2.179 Pence, der Grundstoffsektor gewinnt 1,2 Prozent. DJG/mpt/flf