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Hochwasser: Deutschland entspannt, Osteuropa kämpft

Wassermassen haben in der ungarischen Stadt Edelény einen Damm durchbrochen.Großansicht
Hamburg (dpa) - Während Deutschland ein sonnig-warmes Wochenende erwartet und sich die Hochwasserlage in Bayern und Brandenburg entspannt, kämpfen viele Menschen in Polen, in der Slowakei und auch in Ungarn weiterhin mit Unwetterfolgen. Hunderte Menschen mussten sich in Sicherheit bringen.

Erdrutsche zerstörten mehrere Häuser. Eine wahrscheinlich zweite Flutwelle aus Polen, die in den nächsten Tagen die Oder erreichen könnte, gilt trotzdem als weniger gefährlich als jene der vergangenen Tage.

In Brandenburg werden die aktuell hohen Pegelstände der Oder wohl noch bis zu zwei Wochen bleiben. «Nebenflüsse und auch schon der Warthe-Scheitel schieben eine Menge Wasser nach, deshalb geht das Wasser nur extrem langsam zurück», sagte am Freitag ein Sprecher des Hochwassermeldezentrums Frankfurt (Oder). Der Hochwasserscheitel der polnischen Warthe erreichte am Freitagnachmittag das deutsche Oderufer. Der Hochwasserscheitel der Oder verließ währenddessen das Land Brandenburg in Richtung Szczecin (Stettin) in Polen.

Am Unterlauf des Grenzflusses Oder galt in zwei Landkreisen zunächst weiter die zweithöchste Alarmstufe 3. Dabei werden die Deiche auf ihre Festigkeit kontrolliert. Dagegen senkte die Kreisverwaltung von Märkisch-Oderland die Warnstufe auf Alarmstufe 2.

In weiten Teilen Bayerns ging das Hochwasser nach tagelangem Dauerregen ebenfalls zurück. Überschwemmungen hatten am Donnerstag vor allem rund um Passau Probleme bereitet. Nach Angaben das Landesumweltamtes ging das Hochwasser der Donau am Freitag auf die Meldestufen 1 und 2 zurück.

In Polen lösten Gewitter und Dauerregen eine zweite Flutwelle auf der Weichsel und ihren Nebenflüssen aus. «Die Lage ist dramatisch», sagte ein Feuerwehrsprecher in Warschau. Die Gefahr, dass Dämme brechen, sei groß. Der Scheitelpunkt der Weichsel bewegte sich im Tagesverlauf auf Sandomierz zu, rund 200 Kilometer südlich von Warschau. Hunderte Menschen sollten ihre Häuser verlassen, viele weigerten sich jedoch zunächst. In Klodne bei Nowy Sacz zerstörten Erdmassen 30 Häuser, Dutzende waren einsturzgefährdet. In Warschau ließ ein Wolkenbruch Wasser in zwei Krankenhäuser sowie in eine U- Bahn-Station laufen. Viele Keller wurden überflutet.

In der Slowakei war die Lage am Freitag im Dorf Nizna Mysla besonders dramatisch. Dort riss ein Erdrutsch an einem Hang mehr als 20 Häuser mit. Angrenzende Häusern mussten evakuiert werden - etwa 200 Menschen waren betroffen. Verzweifelt erzählte ein Mann im Fernsehen, er habe für seinen Hausbau drei Jahre lang in Deutschland gearbeitet, getrennt von seiner Familie. Jetzt, kurz nachdem die Familie eingezogen sei, sei es von dem Erdrutsch zerstört worden.

Auch im ungarischen Edeleny, gut 200 Kilometer nordöstlich von Budapest, kämpften Menschen gegen Fluten des Flusses Bodva. In der Region rund um die Stadt mussten 1500 Menschen ihre Häuser verlassen.

Website Landesumweltamt Brandenburg

http://www.hochwasserzentralen.de

Unwetter / Hochwasser / Polen
04.06.2010 · 20:22 Uhr
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