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Hochschulen in der Metropolregion Rhein-Neckar punkten zunehmend mit Familienfreundlichkeit

(pressebox) Mannheim, 04.05.2012 - .

- Forum "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" erfasst zum zweiten Mal Maßnahmen der Hochschulen

- Vereinbarkeitsangebote weiter ausgebaut

- Ergebnisse in kostenloser Broschüre zusammengefasst

"Die 22 Hochschulen in der Metropolregion Rhein-Neckar sind familienfreundlicher geworden", so Alice Güntert, Leiterin des Forums "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH. Sie zeigt sich sehr zufrieden mit der Entwicklung in den vergangenen beiden Jahren. Gemeinsam mit dem Forums-Arbeitskreis "Familienfreundliche Hochschule" hatte das regionale Vereinbarkeits-Netzwerk jüngst zum zweiten Mal nach 2009 eine Bestandsaufnahme zu den Angeboten der Hochschulen für Studierende und Beschäftigte mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen durchgeführt. Die Umfrageergebnisse und auch die Ansprechpartner an den Einrichtungen sind kompakt in der zweiten Auflage der Broschüre "Die familienfreundlichen Hochschulen in der Metropolregion Rhein-Neckar" zusammengefasst. Diese ist ab sofort an den Hochschulen erhältlich oder kann kostenlos unter www.m-r-n.com/publikationen bestellt werden.

Unterstützungsangebote nahezu überall vorhanden

Die Befragung zeigt, dass inzwischen fast alle Hochschulen bzw. die zuständigen Studentenwerke ein breites Informationsangebot für Studierende und Bedienstete vorhalten. Hierzu gehören sowohl spezielle Veranstaltungen als auch die individuelle Beratung, etwa bei finanziellen Fragen, bei der Vermittlung von Tageseltern oder bei Problemen in der Eltern-Kind-Beziehung. In zunehmendem Maße haben die Bildungseinrichtungen dabei auch Studierende und Beschäftigte im Fokus, die die Pflege von Angehörigen organisieren müssen.

Studium in Teilzeit nur wenig verbreitet

Mit Blick auf die Bedingungen für Studierende mit Kind fällt auf, dass inzwischen fast alle Hochschulen Lehrveranstaltungen zu familienfreundlichen Zeiten anbieten, d.h. prüfungsrelevante Vorlesungen und Seminare nicht in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden abgehalten werden. An bereits 13 Hochschulen gibt es flexible Abgabefristen für Studierende mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen. An elf Hochschulen besteht inzwischen zudem die Möglichkeit, Klausuren aufgrund einer Betreuungs- oder Pflegesituation individuell zu verschieben. Keine Verbesserungen gab es hingegen beim Studium oder Praxissemester in Teilzeit, das nach wie vor an nur wenigen Bildungseinrichtungen möglich ist.

Flexible Arbeitszeiten für Beschäftigte

Bei den familienfreundlichen Maßnahmen für Beschäftigte bieten inzwischen alle Hochschulen flexible Arbeitszeiten. An nahezu allen Einrichtungen besteht zudem die Möglichkeit, zumindest zeitweise von zu Hause aus zu arbeiten. Einen immer größeren Stellenwert nimmt die Förderung von sogenannten "Dual Career"-Paaren ein. Bereits ein Drittel der Hochschulen unterstützen die Partner neuer Beschäftigter, etwa bei der Stellensuche oder der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Fünf Hochschulen bereiten derzeit Aktivitäten auf diesem Gebiet vor.

Betreuungsinfrastruktur weiter ausgebaut

Auch hinsichtlich der Betreuungsinfrastruktur hat sich in den vergangenen beiden Jahren einiges getan. Waren es vor zwei Jahren zehn Einrichtungen, die Krippenplätze für Studierende mit Kindern vorhielten, lag die Zahl Ende 2011 bereits bei 13. Allerdings sind die Kindertagesstätten nur an sieben Hochschulen auch für die Kinder von Beschäftigten zugängig. An acht Hochschulen können Studierende in Klausuren- und Lernphasen auf eine Notfallbetreuung zurückgreifen, falls es kurzfristig zu Engpässen kommt. Die Zahl der Bildungseinrichtungen, die für Studierende und Beschäftigte gleichermaßen ein Eltern-Kind-Zimmer anbieten, hat sich von vier auf acht verdoppelt. Zwölf Hochschulen verfügen über ausgewiesene Räumlichkeiten, in denen Kinder in Ruhe gestillt und gewickelt werden können. Neun davon haben sich durch die Metropolregion Rhein-Neckar zertifizieren lassen und weisen mit dem Familienfreundlichkeitslabel "Still- und Wickelpunkt" auf die Örtlichkeiten hin.

Anzahl der auditierten Hochschulen deutlich gestiegen

Insgesamt spiegelt sich die verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie in einer deutlich gestiegenen Anzahl der auditierten Hochschulen in der Region wider: Derzeit tragen zehn Hochschulen das von der "berufundfamilie gGmbH" vergebene Zertifikat "audit familiengerechte hochschule" und gewährleisten damit familienfreundliche Arbeits- und Studienbedingungen für Angestellte und Studierende (2009: sechs Hochschulen). Eine besondere Rolle in der regionalen Hochschullandschaft nehmen die Bundesakademie für Wehrverwaltung und Wehrtechnik (Mannheim), die Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung (Mannheim), die Fachhochschule für Finanzen (Edenkoben) und die Fachhochschule Schwetzingen ein, für deren Beschäftigte und Studierende die familienfreundlichen Maßnahmen innerhalb des Beamtenrechts greifen.

"Mit unserer aktualisierten Broschüre möchten wir einerseits den Studierenden und Beschäftigten an den Hochschulen eine Orientierungshilfe an die Hand geben. Andererseits sollen Hochschulen dazu animiert werden, bereits praktizierte Vereinbarkeitslösungen von anderen Hochschulen zu übernehmen oder selbst als Vorbilder zu fungieren", erläutert Prof. Dr. Ulla Törnig von der Hochschule Mannheim und zugleich Leiterin des vor fünf Jahren gegründeten Forums-Arbeitskreises "Familienfreundliche Hochschule".

Zum Forum "Vereinbarkeit von Beruf und Familie"

Obwohl Politik und Wirtschaft das Thema "Familienfreundlichkeit" bereits seit vielen Jahren auf der Agenda haben, ist es in vielen Bereichen der Gesellschaft noch immer nicht angekommen. Dies zu ändern ist Aufgabe und Ziel des Forums "Vereinbarkeit von Beruf und Familie", das im Bereich "Vitaler Arbeitsmarkt" der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH verortet ist. Aktuell setzen sich über 500 Mitglieder aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung gemeinsam für zukunftsfähige Konzepte zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein. Grundlage für die mittlerweile über zehnjährige Erfolgsgeschichte ist die kontinuierliche und intensive Netzwerkarbeit. Regelmäßige Arbeitskreissitzungen und Forumstreffen sorgen für den regionalen Informations- und Wissensaustausch. Darüber hinaus fließt das regionale Know-how auch in eigene Projekte wie das Familienfreundlichkeitslabel "Still- und Wickelpunkte in der Metropolregion Rhein-Neckar", das "Kompetenztraining Pflege" oder den Lehrbaustein "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" ein.
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[pressebox.de] · 04.05.2012 · 10:07 Uhr · 212 Views
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