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Historiker: Ausländische Gläubiger werden in Finanzkrisen häufiger geschröpft

Princeton (dts) - Ausländische Gläubiger ziehen in Finanzkrisen häufig den Kürzeren. "Der Impuls, den gordischen Knoten der Schulden einfach durch eine Insolvenz zu durchschlagen, ist viel stärker, wenn die Gläubiger weit entfernt und unbekannt sind. Vor drei Jahren waren es Hauseigentümer, die mit ihren Zahlungen nicht nachkamen, und heute sind es Regierungen. Aber in beiden Fällen waren die Gläubiger weit weg und anonym. Die griechischen Staatsschulden liegen heute größtenteils in ausländischer Hand", schreibt der amerikanische Historiker Harold James von der Princeton University in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe).

Vor der Währungsunion stammte der größte Teil der staatlichen Kredite der Europäischen Union aus dem jeweiligen Inland. So hätten 1998 nur ein Fünftel der Schulden in ausländischer Hand gelegen. Nach der Einführung des Euros sei dieser Anteil rapide angestiegen. "2008, kurz vor Ausbruch der Finanzkrise, waren drei Viertel der portugiesischen, die Hälfte der spanischen und griechischen sowie über 40 Prozent der italienischen Schulden in den Händen von Ausländern", schreibt James. Der Historiker zieht daraus den Schluss, dass Schulden nur dann nachhaltig tragbar sind, "wenn ein gewisser Sinn für kommunale oder kollektive Verantwortung vorhanden ist." Dies wirke der Versuchung, die Gläubiger zu enteignen, entgegen und mache Schulden sicher und preiswert.
USA / Finanzindustrie / Wirtschaftskrise
26.10.2011 · 19:14 Uhr
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