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Hintergrund: Zivilisten als Kollateralschäden

«Kollateralschaden»Großansicht
Hamburg (dpa) - Bei kriegerischen Auseinandersetzungen genießen Zivilisten theoretisch einen besonderen Schutz. Nach den Genfer Konventionen und ihren Zusatzprotokollen müssen sie geschont und nach den Grundsätzen der Menschlichkeit behandelt werden.

Angriffe auf unbeteiligte Bürger sind nur unter bestimmten Umständen erlaubt - wenn dadurch zum Beispiel eine Katastrophe mit weit mehr Toten verhindert werden kann. Die Realität sieht oft anders aus: Kriegerische Konflikte ohne zivile Opfer gibt es nicht.

Der Begriff Kollateralschaden ist seit dem Kosovokrieg 1999 bekannt. Damals erklärte NATO-Sprecher Jamie Shea, warum angebliche Präzisionsgeschosse wieder einmal daneben getroffen hatten. Mit Blick auf die getöteten Zivilisten sorgte der trockene Ausdruck für Empörung, Sprachwissenschaftler wählten ihn zum deutschen Unwort des Jahres.

Bei «Kampfeinsätzen» wie in Afghanistan, wo internationale Truppen gegen die radikalislamischen Taliban kämpfen, ist es für die Soldaten oft schwer zu erkennen, wer unbescholtener Bürger und wer Aufständischer ist. Denn anders als bei einem «Krieg», bei dem sich zwei Heere gegenüber stehen, tragen die Terroristen keine Uniform. Außerdem kommt es immer wieder vor, dass sie Unschuldige als menschliche Schutzschilde missbrauchen.

Der Begriff Zivilist stammt von dem lateinischen Wort «civilis» (bürgerlich). In einer kriegerischen Auseinandersetzung bezeichnet er Jemanden, der weder zu einer Armee oder sonstigen Kampforganisation gehört und am Geschehen unbeteiligt ist.

Konflikte / Bundeswehr / Afghanistan
06.09.2009 · 12:50 Uhr
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