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Hintergrund: Zahlungsunfähigkeit - was dann?

Washington (dpa) - Millionen Amerikaner zittern vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit der USA. Zwar streiten Experten über das genaue Ausmaß einer Staatspleite. Doch in groben Zügen sind sie sich über die Folgen einig.

SCHULDEN UND ZINSEN In Washington ist bereits durchgesickert, dass die Schulden- und Zinszahlungen auf alle Fälle weiterlaufen sollen. Alles andere wäre ein katastrophales Signal für die Welt-Finanzmärkte und könnte zu einem «Lehman-Effekt» führen, heißt es mit Blick auf die Bank, die 2008 spektakulär pleite ging und weltweite Schockwellen auslöste. Bereits am 15. August sind 29 Milliarden Dollar Zinszahlungen fällig.

SOZIALHILFE Bereits an diesem Mittwoch stehen Sozialhilfe-Zahlungen in Höhe von 23 Milliarden Dollar an - für 56 Millionen Amerikaner. Dies wäre ein erster Test für die Regierung. Es gibt die These, dass sie diese erste Tranche noch schaffen könnte. Doch dann wird es schnell knapp. Gefährdet wären auch die Zahlungen für 8,3 Millionen Behinderte.

Insgesamt ist von 80 Millionen Schecks die Rede, die auf dem Spiel stehen. Das Dilemma: Bis Ende August muss die Regierung für Sozialhilfe 306,7 Milliarden Dollar aufbringen - nimmt aber lediglich 172,4 Milliarden ein. Viele Sozialhilfeempfänger müssten also in die Röhre blicken.

BUNDESBEDIENSTETE In Frage stehen auch die Lohne und Gehälter von etwa 3,9 Millionen Bediensteten von Bundesbehörden. Wenn die Arbeiter und Angestellte nicht bezahlt werden, drohen viele nicht zur Arbeit zu kommen. Möglicherweise wären Behörden nicht mehr voll einsatzfähig, müssten gar geschlossen werden.

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE FOLGEN Bleiben erhebliche Transferzahlungen an Bürger aus, droht die Nachfrage abrupt zu sinken - eine massiver Schock für die Konjunktur. Experten schätzen, dass eine 40prozentige Reduzierung der Staatszahlungen etwa zehn Prozent des BIP entspricht. Das ohnehin schwache Wachstum wäre in Gefahr, die Arbeitslosigkeit würde steigen.

KREDITE Knapperes Geld, eine mögliche Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit hätten zur Folge, dass auch für Normalbürger die Zinsen steigen würden. Das gälte von Zinsen auf Kreditkarten bis zu Hypothekenzinsen. Betroffen wären auch Unternehmer und Selbstständige - was wiederum Folgen für den Arbeitsmarkt hätte.

Finanzen / USA
31.07.2011 · 20:49 Uhr
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