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Hintergrund: Wiederaufarbeitung und Castor-Transporte

Gorleben (dpa) - Alle noch rund 215 Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll, die bis 2025 aus dem Ausland zurück nach Deutschland geholt werden müssen, enthalten älteren Müll. Denn 2005 untersagte Rot-Grün die Wiederaufarbeitung im Ausland.

Seitdem werden abgebrannte, aber immer hoch radioaktive Brennelemente in der Regel direkt an den Atomkraftwerken gelagert - in der Hoffnung, dass es irgendwann ein Endlager gibt. An 13 Atomkraftwerken gibt es solche Lager. In Ahaus und Gorleben gibt es zudem zentrale Zwischenlager. Der heiße Müll muss zunächst abkühlen, bevor er für immer tief in der Erde verschlossen wird.

In dem Atommüll-Zwischenlager Gorleben stehen bisher in einer 4500 Quadratmeter großen Halle 91 Behälter mit hoch radioaktivem Material. In jedem Behälter befinden sich 20 oder 28 sogenannte Kokillen, in denen stark strahlender Atommüll aus französischer und englischer Wiederaufarbeitung in Glas eingeschmolzen ist.

Wegen des Aufarbeitungsstopps fallen durch die Verlängerung der Atomlaufzeiten um durchschnittlich 12 Jahre keine weiteren Castor-Transporte an. Aber: Auch der zusätzlich entstehende hoch radioaktive Atommüll - rund 4400 Tonnen - wird eines Tages zu einem Endlager transportiert werden müssen.

Bis 2017 soll es noch Castor-Transporte vom Ausland nach Gorleben geben. Die Bürger im Wendland fürchten, dass mit jedem weiteren Castor die Wahrscheinlichkeit für die Einrichtung eines Endlagers in dem nahen Salzstock wächst.

Die Umweltorganisation Greenpeace macht sich daher für das Verursacherprinzip stark. Das bedeutet, den jeweilen Atommüll zu den Atomkraftwerken zu bringen, wo er entstanden ist, und nicht nach Gorleben.

Atom / Transporte / Gorleben
08.11.2010 · 06:32 Uhr
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