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Hintergrund: Was bringt E10 für die Umwelt?

Unter anderem wird Mais zur Herstellung von Biosprit eingesetzt (Archivbild).Großansicht

Berlin (dpa) - Das neue Bio-Super-Benzin befeuert den Streit ums richtige Tanken. Mittendrin stehen ratlose Verbraucher und fragen sich: Wie sinnvoll ist E10 für die Umwelt?

Für die deutsche Biokraftstoffindustrie ist der Fall klar: «Bioethanol aus Deutschland stößt 50 bis 80 Prozent weniger Treibhausgase aus als fossiles Superbenzin», sagt Elmar Baumann, Geschäftsführer des VDB. Und: Für den Anbau müssten keine Regenwaldflächen weichen.

Dagegen halten der Verkehrs-Club Deutschland (VCD) und der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND: In Sachen Umweltbilanz sei E10 «eine Mogelpackung und ein Fall von Verbrauchertäuschung», sagt BUND-Chef Hubert Weiger. Nötig für die Ethanolproduktion seien zusätzliche Ackerflächen für Weizen, Zuckerrüben oder Mais. Die «Flächennutzung» des Autoverkehrs verdoppele sich so, letztlich könnten sogar höhere Kohlendioxid-Emissionen anfallen als bei herkömmlichem Kraftstoff. Aus Umweltsicht sei «Agrosprit» nicht besser als herkömmliches Benzin.

Die Biokraftstoffhersteller wollen das nicht gelten lassen und fragen, was denn die Alternative zu Biokraftstoffen sei: «BUND und VCD wollen offenbar mehr Öl aus Diktaturen einführen, sie wollen Ölsande aus Kanada nutzen und in der Tiefsee bohren - und das kein Jahr nach der Katastrophe im Golf von Mexiko.» Auch die hohen Preise will die Lobby nicht als Argument gegen E10 gelten lassen: Die Preise würden schließlich von den großen Mineralölkonzernen bestimmt, die damit auf Kosten der Verbraucher sehr viel Geld verdienten.

Energie / Benzin
08.03.2011 · 06:57 Uhr
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