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Hintergrund: US-Reizthema Steuern

Demonstranten der Occupy-Bewegung fordern in Los Angeles: Großansicht

Washington (dpa) - Amerikas Reiche werden immer reicher, während die Mittelschicht zwischen Maui und Manhattan wirtschaftlich einfach nicht vom Fleck kommt: Die wachsende Ungleichheit in der US-Gesellschaft ist eines der Reizthemen des Wahlkampfs.

Kein Wunder, dass Mitt Romney als einer der Favoriten im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur sich lange sträubte, seine Steuererklärung zu präsentieren. Am Ende tat er es doch - und legte unfreiwillig ein Paradebeispiel für allfällige Ungerechtigkeit vor.

Für sein Einkommen von fast 22 Millionen Dollar (17 Millionen Euro) im Jahr 2010 zahlte er Medienberichten zufolge gerade einmal 3 Millionen Dollar (2,3 Millionen Euro) an den Fiskus - ein Steuersatz von rund 14 Prozent. Die Zahlen stammen aus einem Steuervergleich, den die «New York Times» am Dienstag aufstellte.

Der Grund: Romneys Einkommen stammt laut «Washington Post» komplett aus Investments, Dividenden und Zinseinkünften. Und die werden deutlich geringer besteuert als Arbeitslohn, nämlich mit 15 Prozent. Der US-Spitzensteuersatz liegt unterdessen bei 35 Prozent.

Zum Vergleich: Präsident Barack Obama zahlte laut «New York Times» fast 27 Prozent Steuern, Romneys schärfster Konkurrent im Rennen um die Kandidatur, Newt Gingrich, sogar mehr als 32 Prozent.

Für Obamas Gesamteinkommen von 1,7 Millionen Dollar (1,3 Millionen Euro) seien 460 000 Dollar (355 000 Euro) Steuern fällig geworden. Denn fast 400 000 Dollar (308 000 Euro) seines Einkommens seien Lohn gewesen - das Präsidentengehalt. Gingrich zahlte laut «New York Times» von seinen 3 Millionen Dollar (2,3 Millionen Euro) Gesamteinkommen eine Million Dollar (770 000 Euro) Steuern, weil er 450 000 Dollar (347 000 Euro) Lohneinnahmen hatte.

Erst im November hatte Obama die Republikaner mit Plänen für eine Reichensteuer herausgefordert und verärgert. Bürger mit einem Jahreseinkommen von mehr als einer Million Dollar (770 000 Euro) sollen demnach einen Mindestsatz von 30 Prozent zahlen. Ein Viertel aller US-Millionäre zahle niedrigere Steuersätze als Millionen Bürger in der Mittelschicht, kritisierte er.

Regierung / Präsident / USA
25.01.2012 · 22:41 Uhr
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