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Hintergrund: Umgang mit hochradioaktivem Atommüll

Berlin (dpa) - Radioaktive Abfälle entstehen in Industrie, Medizin und Forschung sowie bei der Nutzung der Kernkraft zur Stromerzeugung.

Mehr als 90 Prozent des Atommülls in Deutschland sind schwach- oder mittelradioaktiv - nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) mittlerweile mehr als 120 000 Kubikmeter. Zum großen Teil lagern sie in der Schachtanlage Asse bei Wolfenbüttel (Niedersachsen) oder in einem Salzstock in Morsleben (Sachsen-Anhalt). Die Versenkung im Meer wurde 1984 gestoppt, da die Behälter nur für wenige Jahrzehnte Sicherheit boten.

Die Endlagerung von stark strahlendem Atommüll ist ein weltweit ungelöstes Problem. Deutsche Atommeiler produzieren jährlich 450 Tonnen davon, doch ein Endlager für abgebrannte, hochradioaktive Brennstäbe gibt es bisher nirgends. Die größte Gefahr besteht, wenn radioaktive Substanzen ins Grundwasser gelangen.

Brennelemente können nur wenige Jahre genutzt werden. Bis 2005 wurden sie nach einjähriger Abkühlung im Wasserbecken zur Wiederaufarbeitung nach La Hague (Frankreich) oder Sellafield (Großbritannien) transportiert. Die dabei entstehenden Rückstände müssen zurückgenommen werden. In sogenannten Castor-Behältern verschlossen, lagern sie unter anderem im Zwischenlager Gorleben (Niedersachsen) oder in Zwischenlagern direkt an den Kernkraftwerken, um zusätzliche Transporte zu vermeiden.

Der hochradioaktive Müll muss für die unvorstellbar lange Zeit von bis zu einer Million Jahren endgelagert werden. Denn es dauert zum Teil extrem lange, bis die darin enthaltenen radioaktiven Bestandteile zerfallen - bei Caesium beträgt die sogenannte Halbwertszeit 30 Jahre, beim extrem giftigen Plutonium 24 000 und bei Uran bis zu 4,5 Milliarden Jahre.

Energie / Atom
07.09.2010 · 14:18 Uhr
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