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Hintergrund: Terrorangst in USA und Europa

Berlin (dpa) - In den USA und mehreren europäischen Ländern sind Warnungen vor Terroranschlägen seit Jahren Realität - und Normalität. Vielfach haben sich die Menschen bereits an ein Leben unter der Bedrohung durch islamische Terroristen gewöhnt. Ein Überblick:

USA: Im Land der Anschläge vom 11. September 2001 werden Terrorwarnungen sehr ernst genommen. Für alle Inlands- und Auslandsflüge gilt im fünfstufigen Warnsystem derzeit die zweithöchste Stufe «Orange» (hoch). Das hat etwa besonders strenge Kontrollen auf Flughäfen zur Folge. Die generelle Gefahreneinschätzung steht auf der mittleren Stufe «Gelb» (erhöht). Damit werden mögliche Ziele von Terroristen verstärkt überwacht.

Bei einer Bedrohung im Ausland - wie jetzt in Deutschland - reagiert das Außenministerium häufig mit einem Reisealarm: Die Amerikaner werden aufgefordert, in den betroffenen Gebieten wachsam zu sein, vor allem bei Flügen und Bahnfahrten. Für Europa gilt das bereits seit 3. Oktober. In schweren Fällen rät das Ministerium mit einer Reisewarnung ganz von Fahrten in die entsprechenden Länder ab.

GROSSBRITANNIEN: Dort gilt seit Januar im ebenfalls fünfstufigen Warnsystem die zweithöchste Stufe «ernst». Das heißt, dass der Versuch eines Terroranschlags als sehr wahrscheinlich angesehen wird. Die Stufe war angehoben worden, nachdem Weihnachten 2009 ein Anschlag auf eine US-Passagiermaschine auf dem Flug nach Detroit gescheitert war. Nach dem Fund einer Paketbombe aus dem Jemen auf dem East Midland Airport Ende Oktober blieb es bei der geltenden Stufe.

Die Briten haben nach den Anschlägen von London 2005 gelernt, mit der Bedrohung und den daraus resultierenden verschärften Kontrollen an gefährdeten Orten umzugehen. Die U-Bahn, eines der damaligen Anschlagsziele, ist voll wie immer.

FRANKREICH: Auch dort gilt seit Monaten die zweithöchste Stufe des Alarmplans «Vigipirate». Mitte Oktober gab das Innenministerium eine Terrorwarnung vor einer Al-Kaida-Gruppe bekannt, die Europa und speziell Frankreich ins Visier nehme. Zuvor hatte es im September zweimal ähnliche Warnungen gegeben. Als Hintergrund der gestiegenen Gefahr sehen Medien das neue Burka-Verbot in Frankreich - vor allem aber den harten Kurs der Regierung gegen islamistische Terroristen. Die Bevölkerung reagiert bisher gelassen - selbst bei Evakuierungen des Eiffelturms nach Bombendrohungen.

DÄNEMARK: Der Geheimdienst PET hat in den letzten Jahren die Gefahr von Terroranschlägen permanent als «sehr hoch» eingestuft. Im Gefolge der Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen der Zeitung «Jyllands-Posten» 2006 hat PET eine eigene Einheit zur «Bedrohungsanalyse» eingerichtet. Sie veröffentlicht laufend Analysen, gibt aber niemals konkrete Verhaltensmaßregeln für Bürger. Das soll Sache der Regierung, Polizei oder Zivilverteidigung bleiben.

Innere Sicherheit / Terrorismus
17.11.2010 · 23:05 Uhr
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