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Hintergrund: Strahlenschutz

Berlin (dpa) - Die Maßeinheit Sievert (Sv) gibt die biologische Wirkung der radioaktiven Strahlung auf Menschen, Tiere oder Pflanzen an. Sie setzt die Masse des betroffenen Objekts in Bezug zur aufgenommenen Strahlungsenergie.

Nach Angaben des Bundesumweltministeriums und des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) beträgt die natürliche Strahlenbelastung in Deutschland mehr als 2 Millisievert pro Jahr. Radioaktive Stoffe in Böden und Gesteinen - etwa Radon - strahlen natürlicherweise. Die Werte sind bundesweit sehr unterschiedlich.

Für die zusätzliche künstliche Strahlenbelastung, etwa in der Industrie, senkte der Gesetzgeber im Jahr 2001 den Grenzwert für die Jahresdosis von 1,5 auf 1 Millisievert. Für Menschen, die beruflich etwa in einem Atomkraftwerk Strahlung ausgesetzt sind, sank der Wert damals von 50 auf 20 Millisievert. Beim Bundesumweltamt ist in diesem Zusammenhang von Strahlung aus zielgerichteter Nutzung radioaktiver Stoffe und ionisierender Strahlung die Rede.

In Deutschland überwachen die Behörden rund 350 000 Menschen, die beruflich bedingt Strahlung ausgesetzt sind. Neben der gesamten Jahresdosis gibt es auch Grenzwerte für einzelne Körperteile. Wird ein Grenzwert überschritten, können Auflagen erteilt, Arbeiten verboten, Bußgelder verhängt und Genehmigungen entzogen werden. Dies kommt relativ selten vor.

Wer hohen Strahlendosen ausgesetzt ist, kann - auch viele Jahre später - leichter an Krebs erkranken. Bei einem schweren Atomunfall ist die Belastung in nächster Nähe des Reaktors so groß, dass es zur akuten Strahlenkrankheit kommen kann: Bei sehr hohen Dosen tritt der Tod sofort oder binnen Tagen ein.

Als Folgen eines Strahlenunfalls nennt das BfS für einen Dosisbereich von 1 bis 6 Sievert unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Haarausfall als Symptome. Bei 5 bis 20 Sievert können etwa Schock und Blutungen auftreten - nur im unteren Dosisbereich ist laut BfS ein Überleben möglich. Bei mehr als 20 Sievert tritt der Tod demnach innerhalb von zwei Tagen ein.

Ein Millisievert sind 0,001 Sievert. Sievert hat die früher übliche Einheit Rem als Maßeinheit für die biologische Wirkung der radioaktiven Strahlung abgelöst. In Becquerel (Bq) wird dagegen angegeben, wie aktiv eine radioaktive Substanz ist. Dabei geht es um die Anzahl der Atomkerne, die sich in einer Sekunde umwandeln und dadurch einen Strahlungsimpuls abgeben. In der Einheit Gray (gy) wird angegeben, wie intensiv die Bestrahlung ist. Über die biologische Wirkung sagt dieser Wert allerdings nicht viel aus.

Erdbeben / Atom / Japan
16.03.2011 · 00:28 Uhr
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