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Hintergrund: Spektakuläre Dopingfälle seit 1990

Die Reihe der Dopingskandale im Leistungssport reißt nicht ab.
Hamburg (dpa) - Die Reihe der Dopingskandale im Leistungssport reißt nicht ab. Ein Überblick:

Katrin Krabbe 1992: Der Doppel-Weltmeisterin von Tokio 1991 wird das unerlaubte Doping-Mittel Clenbuterol nachgewiesen. Die einjährige Sperre durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) wird vom Weltverband IAAF auf zwei Jahre verlängert.

Diego Armando Maradona bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994: Dem argentinischen Superstar wird die verbotene Substanz Ephedrin nachgewiesen. Er wird vom Turnier ausgeschlossen.

Das Radsport-Team Festina 1998 bei der Tour de France: Bei Team- Betreuer Willy Voet werden massenhaft unerlaubte Substanzen zum Dopen gefunden. Es folgen Razzien der Polizei, ein flächendeckendes Doping- System im Radsport wird enttarnt. Die Tour steht angesichts des größten Radsport-Skandals mehrfach kurz vor dem Abbruch.

Dieter Baumann 1999: Der 5000-m-Olympiasieger von 1992 erlangt durch die «Zahnpasta-Affäre» zweifelhaften Ruhm, als er positiv auf Nandrolon getestet wird. Der Schwabe bringt den Fall vor den Internationalen Sportgerichtshof, wird aber 2000 endgültig von den Spielen in Sydney ausgeschlossen.

C. J. Hunter vor den Olympischen Spielen 2000 in Sydney: Der amerikanische Kugelstoßer wird vor den Spielen viermal positiv getestet, gesperrt und beendet seine Karriere. Vor den Spielen 2004 in Athen bezichtigt er seine ehemalige Ehefrau Marion Jones, die dreifache Goldmedaillengewinnerin von Sydney, des Dopings.

Alexander Leipold bei Olympia 2000 in Sydney: Der deutsche Freistil- Ringer Leipold gewinnt die Goldmedaille. Sie wird ihm aber wegen Dopings mit Nandrolon wieder aberkannt. Nach dem Vorfall sperrte der Ringer-Weltverband FILA zwischenzeitlich alle Athleten des Deutschen Ringer-Bundes.

Johann Mühlegg 2002 bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City: Der für Spanien startende Allgäuer gewinnt dreimal Gold und muss die Medaillen nach seiner Überführung als Blutdoping-Sünder zurückgeben.

Ekaterina Thanou und Kostas Kenteris 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen: Die griechischen Sprinter fliehen einen Tag vor Beginn der Spiele vor Kontrolleuren der Welt-Anti-Doping-Agentur im Olympischen Dorf und werden von den Spielen ausgeschlossen. Im Juni 2006 gestehen sie ihre Flucht, aber nicht die Dopingvorwürfe, öffentlich ein. Das Duo wird für zwei Jahre gesperrt.

Mariano Puerta 2005: Der Tennisprofi aus Argentinien wird als Wiederholungstäter für acht Jahre gesperrt. Kurz nach seiner Final- Niederlage bei den French Open gegen den Spanier Rafael Nadal wird ihm die Einnahme des verbotenen Mittels Etilefrin nachgewiesen.

Österreichische Athleten bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin: Nach einer Doping-Razzia in ihrem Quartier flieht Trainer Walter Mayer. Bei der Durchsuchung werden Spritzen, Medikamente und Geräte zur Bluttransfusion sichergestellt. Vier Langläufer und zwei Biathleten werden vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) auf Lebenszeit von Olympischen Spielen ausgeschlossen.

Justin Gatlin 2006: Der Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler gibt selbst seine positive A-Probe auf Testosteron bekannt. Der Amerikaner, 1991 bereits positiv auf Amphetamine getestet, entgeht als Wiederholungstäter einer lebenslangen Sperre, weil er sich als «Kronzeuge» gegen seinen schon länger verdächtigten Trainer Trevor Graham anbietet. Gatlin wird acht Jahre gesperrt.

Die Radprofis Jan Ullrich und Ivan Basso vor der Tour de France 2006: Die Top-Favoriten werden von der Rundfahrt ausgeschlossen, weil sie in den Doping-Skandal um den spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes verwickelt sein sollen. Ullrich bestreitet die Vorwürfe.

Floyd Landis, der Tour-de-France-Sieger 2006: Dem Amerikaner wird nach der gewonnenen 17. Etappe durch die Alpen ein ungewöhnlich hoher Wert von Testosteron/Epitestosteron nachgewiesen. 14 Monate nach dem Tour-de-France-Sieg wird Landis wegen Testosteron-Dopings für zwei Jahre gesperrt. Der Sieg wird ihm aberkannt.

Acht ehemalige Radprofis und drei Ärzte 2007: Die Fahrer Jörg Jaksche, Bert Dietz, Christian Henn, Udo Bölts, Brian Holm, Rolf Aldag, Erik Zabel und Bjarne Riis, der Tour-Sieger von 1996, gestehen Blutdoping. Die Sportärzte Lothar Heinrich, Andreas Schmid und Georg Huber werden von der Universitätsklinik Freiburg suspendiert.

Stefan Schumacher und Bernhard Kohl bei der Tour de France 2008: Radprofi Schumacher gewinnt zwei Einzelzeitfahren und trägt zwei Tage lang das Gelbe Trikot. Bei Kontrollen mit einem neuen Testverfahren drei Monate später ist seine A-Probe positiv. In Kohl wird auch der Gewinner des Bergtrikots überführt. Der Österreicher gesteht unter Tränen seine Fehler, Schumacher bestreitet alle Vorwürfe.

Pferde bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking: Weil er sein Pferd Cöster mit dem verbotenen Mittel Capsaicin behandelt hat, gerät Springreiter Christian Ahlmann ins Zwielicht. Er beteuert seine Unschuld. Ahlmann und Cöster werden jedoch ausgeschlossen. Auch andere Reiter müssen mit ihren Pferden abreisen.

Olympia / IOC / Doping / Thema
04.07.2009 · 09:23 Uhr
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