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Hintergrund: Skandale, Affären und späte Geständnisse

Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Foto: Peter KneffelGroßansicht

Berlin (dpa) - Sie galten als Vorbild für die Jugend, als politische Hoffnungsträger oder - wie Alice Schwarzer - als moralische Instanz. Doch Affären oder späte Geständnisse brachten so manche Leitfigur in Deutschland in Bedrängnis:

KARL-THEODOR ZU GUTTENBERG: Er galt als politischer Überflieger und Hoffnungsträger der CSU - doch dann kam der jähe Absturz für den früheren Verteidigungsminister, in dem manche schon den künftigen Kanzlerkandidaten der Union sahen. Die Plagiats-Affäre um Guttenbergs Doktorarbeit kommt Mitte Februar 2011 ins Rollen. Erst nennt er die Vorwürfe «abstrus», doch der öffentliche Druck zwingt ihn schließlich zum Rücktritt. Die Universität Bayreuth entzieht ihm den Doktortitel, weil viele Passagen seiner Dissertation von anderen Autoren stammten. Heute lebt Guttenberg in den USA, ein Comeback ist nicht in Sicht.

GÜNTER GRASS: Jahrzehntelang galt der Literatur-Nobelpreisträger als unangefochtene moralische Instanz, die den Eliten des Landes immer wieder die Leviten las - besonders wenn es um die unzureichende Aufarbeitung der NS-Vergangenheit ging. 2006 gesteht er selber ein, dass er in jungen Jahren Mitglied der Waffen-SS gewesen ist. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) kritisiert damals, Grass habe gerade in Fragen politischer Moral mit einer «in der Regel alttestamentarischen Strenge» reagiert. Nun fordere er Nachsicht, die er anderen immer wieder verweigert habe.

JAN ULLRICH: Seine Fans feierten ihn wie einen Popstar, der bis heute einzige deutsche Sieger der Tour de France war Volksheld und Idol. Doch im Juni 2006 zerbricht die scheinbar so heile Welt des Radprofis, er gerät ins Visier der Doping-Fahnder. Kurz vor seiner neunten Tour-Teilnahme wird er wegen der Verwicklung in einen Doping-Skandal suspendiert, im Februar 2007 beendet er seine Karriere. 2012 spricht ihn der Internationale Sportgerichtshof schuldig. Im Juni 2013 gesteht Ullrich Doping-Sünden erstmals öffentlich ein. Seine Einsicht komme zu spät, um glaubhaft zu sein, monieren Kritiker.

ULI HOENESS: Weltmeister, Erfolgsmanager und Seele des FC Bayern München - doch Ende Juli 2013 wird der heute 62-Jährige wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung angeklagt. Zu gesellschaftlichen Fragen meldete sich der streitbare Bayern-Präsident oft zu Wort, präsentierte sich als Kämpfer für Fairness und Loyalität, war auch großzügiger Spender. Bundespräsident Joachim Gauck reagiert scharf: «Wer Steuern hinterzieht, verhält sich verantwortungslos oder gar asozial.» Vom 10. März an steht Hoeneß vor Gericht.

Leute / Affären / Gesellschaft / Steuern
04.02.2014 · 15:22 Uhr
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