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Hintergrund: Singapur kämpft gegen Image als Steuer-Oase

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Bangkok (dpa) - Singapur wird seit langem immer wieder als Finanzoase genannt, wo sich womöglich unversteuerte Gelder sicher parken lassen. Allerdings ist der kleine asiatische Stadtstaat seit einiger Zeit dabei, seine Finanzregeln zu verschärfen.

«Wir haben keinerlei Interesse, ein Geldwäschezentrum zu sein», beteuerte Premierminister Lee Hsien Loong im Juli. Nach Kritik der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hatte Singapur zwar bereits 2009 seine Finanzregeln verschärft. Das Land kam damit nach wenigen Monaten auch herunter von der «Grauen Liste» der OECD mit Ländern, die nicht genügend Informationen über Konteninhaber austauschen.

Solche Abkommen über Informationsaustausch hätten jedoch Schlupflöcher, schrieb die Organisation «Tax Justice Network» im November 2011. «Unterstützt von einem dem Finanzsektor zugeneigten Gerichtssystem ist es in der Praxis extrem schwer, an Informationen heranzukommen.» Das Urteil: «Singapur hebt das Bankgeheimnis nicht ausreichend auf.»

Vergangenen Oktober hat Singapur die Schrauben weiter angezogen: Das Finanzministerium arbeitet nach eigenen Angaben an einem Gesetz, das das Waschen von Geldern aus unversteuerten Einkommen zur Straftat macht. Das geht auf eine OECD-Empfehlung zurück.

Die USA verlangen jetzt weitere Angaben zu Kontoinhabern und drohen andernfalls ab nächstem Jahr mit einer Abschlagssteuer auf US-Investitionen. Der gebürtige Singapurer Anwalt Gopalan Nair, nach mehreren Anklagen ein wortstarker Kritiker seiner Heimat, schreibt auf seiner Webseite «Singaporedissident»: «Wie es aussieht, sind die Zeiten von Geldwäsche und Steuerhinterziehung zu Ende.»

Steuern / Deutschland / Schweiz / Singapur
10.08.2012 · 19:37 Uhr
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