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Hintergrund: Seehofer und seine Stellvertreter

Peter RamsauerGroßansicht

München (dpa) - CSU-Chef Horst Seehofer stehen vier Stellvertreter zur Seite. Der Vizeposten in der CSU ist ein eher dekoratives Amt - doch trotzdem begehrt.

HORST SEEHOFER ist seit 2008 Parteichef und bayerischer Ministerpräsident. Unter seiner Regie hat Bayern seine Spitzenposition in Deutschland gehalten. Doch der Vorsitzende und seine Partei pflegen ein zwiespältiges Verhältnis. Der 1949 geborene Ingolstädter liebt die CSU - der Parteivorsitz ist sein Lebenstraum, wie er selbst einmal sagte. Doch viele Parteifreunde halten Seehofer für sprunghaft. Darüber ärgert sich der Chef regelmäßig.

Landtagspräsidentin BARBARA STAMM ist in der CSU eine der populärsten Spitzenkräfte. Die frühere Sozialministerin gilt schon seit ewigen Zeiten als soziales Gewissen der CSU, heute ist sie in der Landtagsfraktion eine Art Mutter der Kompanie. Die 1944 geborene Stamm ist ebenso warmherzig wie durchsetzungsstark - wer sich in der CSU mit ihr anlegen will, überlegt sich das lieber zwei Mal. In diesem Jahr spielte Stamm bereits mit dem Gedanken, ihren Vizeposten abzugeben. Doch Seehofer überredete sie zum Weitermachen.

PETER RAMSAUER: Der 57 Jahre alte Bundesverkehrsminister ist in der CSU nicht übermäßig beliebt, vor allem nicht in der Landtagsfraktion. Stellvertretender Parteivorsitzender ist er seit Oktober 2008 - er kam aber bei bisherigen Wahlen nicht über 80 Prozent hinaus. Der Vater von vier Töchtern ist ein leidenschaftlicher Klavierspieler. Für die Fitness geht der immer gut gekleidete «Ramses» wandern oder joggt in Berlin durch den Tiergarten.

BEATE MERK: Bayerns Justizministerin Beate Merk erfüllt im traditionellen CSU-Proporz zwei wichtige Kriterien: Sie ist Schwäbin und Frau. Die 1957 in Nordhorn (Niedersachsen) geborene Merk ist kein Schwergewicht im internen Machtgefüge. Sie ist eher liberal und sitzt gelegentlich zwischen allen Stühlen: Als sie den Jugendstrafvollzug in Bayern neu regelte, war das Gesetz der Opposition zu hart und manchen Hardlinern in der CSU zu weich.

CHRISTIAN SCHMIDT: Der 54 Jahre alte Jurist wurde schon zu Zeiten der großen Koalition in Berlin Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium - und ist es auch beim Wechsel zu Schwarz-Gelb geblieben. Dem Vorstand der CSU gehört er seit 1999 an, ist aber bis heute in der CSU nie prominent hervorgetreten. Doch er erfüllt zwei Proporzbedingungen: evangelisch und Franke.

Parteien / CSU / Parteitag / Personalien
08.10.2011 · 21:40 Uhr
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