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Hintergrund: Schicksale gestürzter Staatschefs

Kiew (dpa) - Sie gingen ins Exil, landeten im Gefängnis oder wurden getötet. Beispiele für Schicksale gestürzter Staatschefs:

HUSNI MUBARAK, ÄGYPTEN: Der Langzeitherrscher trat im Februar 2011 nach Massenprotesten und auf Druck der Armeeführung zurück. Eine Verurteilung zu lebenslanger Haft (Juni 2011) wegen der Mitschuld am Tod von mehr als 800 Menschen während der Proteste wurde wegen Verfahrensmängeln aufgehoben. Der Prozess begann von vorn. Gegen Mubarak laufen darüber hinaus weitere Verfahren. Im August 2013 wurde er in einem Militärkrankenhaus in Kairo unter Hausarrest gestellt.

MOHAMMED MURSI, ÄGYPTEN: Mursi hatte nach dem Sturz Mubaraks als Kandidat der Muslimbrüder im Juni 2012 die Präsidentenwahlen gewonnen. Nach rund einem Jahr Amtszeit und Massenprotesten entmachtete ihn das Militär. Die Muslimbruderschaft gilt inzwischen als Terrororganisation. Die Justiz hat mehrere Prozesse gegen Mursi angestrengt oder vorbereitet, zum Beispiel wegen Anstiftung zum Mord an Demonstranten.

MUAMMAR AL-GADDAFI, LIBYEN: Der Machthaber wurde nach mehr als 40 Jahren Herrschaft in einem langen Bürgerkrieg gestürzt. Zwei Monate später, im Oktober 2011, töteten ihn Milizionäre in Sirte.

ZINE EL ABIDINE BEN ALI, TUNESIEN: Im Zuge des Arabischen Frühlings floh Ben Ali nach 23 Jahren im Amt im Januar 2011 ins Exil nach Saudi-Arabien. Schon mehrfach wurde er in Abwesenheit von Gerichten verurteilt - zum Beispiel 2012 wegen der Mitschuld am Tod von Demonstranten zu lebenslanger Haft. Ebenfalls lebenslänglich bekam er im Mai 2013 wegen des Todes eines Revolutionärs. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass er je zur Rechenschaft gezogen werden kann.

LAURENT GBAGBO, ELFENBEINKÜSTE: Der ehemalige Präsident sitzt seit über zwei Jahren in Den Haag im Gefängnis. Es geht um ein Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof, ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest. Die Richter haben die Anklage unter anderem wegen Mord und Vergewaltigung bisher nicht bestätigt. Gbagbo hatte sich nach den Wahlen 2010 geweigert abzutreten. Bei darauffolgenden Kämpfen sollen tausende Menschen getötet worden sein.

AMADOU TOUMANI TOURÉ, MALI: Soldaten stürzten den Präsidenten im März 2012. Hintergrund waren Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Tuareg- Rebellen. Zwei Wochen nach dem Sturz erwog die damals regierende Militärjunta, Touré wegen Hochverrat und Veruntreuung anzuklagen. Im April setzte sich Touré mit seiner Familie nach Senegal ab.

MANUEL ZELAYA, HONDURAS: Nach seinem Sturz 2009 lebte der ehemalige Präsident in der Dominikanischen Republik. Ihm war Verletzung der Verfassung und Amtsmissbrauch vorgeworfen worden. Sein Sturz hatte eine Staatskrise ausgelöst. 2010 hatte der Generalstaatsanwalt Zelaya wegen Amtsmissbrauchs angeklagt, 2011 wurde das Verfahren eingestellt und er kehrte in seine Heimat zurück.

Innenpolitik / Ukraine
25.02.2014 · 10:44 Uhr
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