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Hintergrund: Prominente Botschaftsflüchtlinge

Ehepaar HoneckerGroßansicht

Berlin (dpa) - Bürgerrechtler, Politiker, Oppositionsführer - schon oft haben Verfolgte Schutz in ausländischen Botschaften gesucht. Prominente Fälle:

CHEN GUANGCHENG: Nach 19 Monaten Hausarrest entkommt der chinesische Bürgerrechtler seinen Bewachern und sucht im Mai 2012 Schutz in der Pekinger US-Botschaft, die er nach sechs Tagen wieder verlässt. Wenige Tage später findet die diplomatische Krise ein Ende: Der blinde Aktivist kann in die USA ausreisen.

JEAN PIERE BEMBA: Der frühere kongolesische Rebellenführer sucht im März 2007 Zuflucht in der südafrikanischen Botschaft. Drei Wochen später gestatten ihm die kongolesischen Behörden die Ausreise nach Portugal. Bei Kämpfen zwischen Bemba-treuen Milizen und Angehörigen der Armee waren Hunderte verletzt oder getötet worden. Bemba war bei den ersten freien Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo seit mehr als vier Jahrzehnten Joseph Kabila unterlegen. Bemba zweifelte das Wahlergebnis an, ein Gericht wies seinen Einspruch ab.

CARLOS ORTEGA: Venezuelas Oppositionsführer flüchtet im März 2003 in die Botschaft von Costa Rica in der Hauptstadt Caracas. Er hatte einen Streik zur Absetzung des umstrittenen Präsidenten Hugo Chávez organisiert und wurde mit Haftbefehl gesucht. Kurz darauf geht Ortega nach Costa Rica ins Exil.

JOA BERNARDO VIEIRA: Der Präsident des westafrikanischen Kleinstaates Guinea-Bissau flüchtet im Mai 1999 vor putschenden Militärs in die Botschaft der früheren Kolonialmacht Portugal in Bissau. Dort wird ihm Asyl zugesichert. Die neuen Machthaber lassen Vieira einen Monat später nach Gambia ausfliegen.

ERICH UND MARGOT HONECKER: Der frühere Staats- und Parteichef der ehemaligen DDR hält sich vom 11. Dezember 1991 bis zum 29. Juli 1992 in der chilenischen Botschaft in Moskau auf, um dem Zugriff der deutschen Justiz zu entgehen. Nach langem politischen Tauziehen zwischen Chile, Russland und Deutschland wird Honecker nach Berlin geflogen, wo er sich vor Gericht verantworten muss. Wegen seiner Krebserkrankung wird das Verfahren jedoch eingestellt und er darf nach Chile ausreisen, wo er im Mai 1994 stirbt.

MANUEL NORIEGA: Der Diktator von Panama, Manuel Noriega, wird unter anderem wegen Drogenhandels und Bestechung gesucht und flüchtet im Dezember 1989 in die vatikanische Botschaft in Panama-Stadt. Anfang Januar 1990 stellt er sich freiwillig den USA, wo der früher dem US-Geheimdienst CIA verbundene Ex-General zu 40 Jahren Haft verurteilt wird.

FANG LIZHI: Nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens sucht der chinesische Astrophysiker und Regimekritiker Fang Lizhi im Juni 1989 zusammen mit seiner Frau Sicherheit in der US-Botschaft in Peking. Erst ein Jahr später darf er nach London ausreisen.

Kriminalität / Internet / Großbritannien / Ecuador
16.08.2012 · 22:31 Uhr
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