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Hintergrund: Polizisten stürmen bei Amokläufen sofort

Amoklauf TrainingskonzeptGroßansicht

Stuttgart (dpa) - «Gleich rein gehen» lautet die Devise der Polizei in Baden-Württemberg bei Amokläufen. Streifenpolizisten sind angewiesen, einen Amokläufer sofort stoppen, statt auf ein Sondereinsatzkommando zu warten.

Größere Gefahren für die Beamten werden dabei bewusst in Kauf genommen. Dieses Einsatzkonzept wurde bereits vor dem Amoklauf von Winnenden eingeführt.

Zuvor wurde stets erst einmal die Lage analysiert - was in einigen Fällen dazu führte, dass Polizisten zu spät einschritten. Amokläufer bringen häufig in kürzester Zeit möglichst viele Menschen um. Auf Analysen zu warten, könne deshalb viele Tote zur Folge haben, schlussfolgerte der damalige Landespolizeipräsident Erwin Hetger.

Die ersten Polizisten am Einsatzort sollen deshalb direkt eingreifen. Um sie auf solche Situationen vorzubereiten, wurde ein Trainingskonzept mit Videosimulationen und Rollenspielen entwickelt. Dabei können rund zehn unterschiedliche Einsätze simuliert werden, zum Beispiel eine Geiselnahme an einer Schule.

Die Diskussion um das richtige Einsatzkonzept bei Amokläufen hatte bundesweit begonnen, nachdem ein Amokläufer 2002 an einem Gymnasium in Erfurt 16 Menschen und sich selbst getötet hatte.

Kriminalität
20.09.2010 · 22:30 Uhr
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