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Hintergrund: Pisa

PISA steht für «Programme for International Student Assessment». Ausgerichtet wird PISA von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris.Großansicht

Berlin (dpa) - Pisa ist der weltweit größte Schulleistungstest. Die Abkürzung steht für «Programme for International Student Assessment». Ausgerichtet wird Pisa von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris.

Getestet werden 15-jährige Schüler. An der jüngsten Untersuchung 2009, die am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde, nahmen 470 000 Heranwachsende aus 65 Nationen teil. Dazu zählen die 34 wichtigsten Industrienationen der Welt, ihre Partnerländer sowie einige aufstrebende Wirtschaftsregionen, vor allem in Asien. In Deutschland machten diesmal 4970 Schüler aus 223 Schulen mit.

Mit lebensnahen Testaufgaben wird bei Pisa überprüft, ob die Schüler das in der Schule Erlernte auch im Alltagsleben einsetzen können. Schwerpunkt der Untersuchung war 2009 Lesen und Textverständnis - die wichtigste Schlüsselkompetenz für das Lernen überhaupt. Zugleich wurden erneut die Kenntnisse in Mathematik und Naturwissenschaften getestet.

Neben den Leistungen werden familiärer, sozialer und schulischer Hintergrund der jungen Menschen erfasst sowie Motivation, Lernmethoden und Unterstützung durch die Lehrer untersucht. Weltweit arbeiten mehr als 300 Wissenschaftler und ihre Mitarbeiter an der Erstellung und Auswertung der Tests.

Der erste Pisa-Test war 2000. In Deutschland löste seine Veröffentlichung 2001 den «Pisa-Schock» aus. Erschreckend war nicht nur das in allen drei Wissensdisziplinen unterdurchschnittliche Abschneiden. Der Test förderte zudem zutage, dass mehr als ein Fünftel der 15-Jährigen nur auf Grundschulniveau lesen und rechnen kann. Pisa belegte auch, dass in keiner anderen vergleichbaren Industrienation der Welt die Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungserfolg so groß ist wie in Deutschland. Weitere Pisa-Tests folgten 2003 und 2006.

Als Konsequenz aus dem schlechten deutschen Abschneiden beschlossen die Kultusminister sieben Handlungsfelder. Unter anderem wurden bundesweit gültige Bildungsstandards in den Schulen eingeführt: Sie beschreiben, was ein Schüler einer bestimmten Altersstufe zum Ende des Schuljahres können muss.

Bildung / Schulen / PISA
07.12.2010 · 20:52 Uhr
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