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Hintergrund: Pakistans Geheimdienst ISI und der Terror

Berlin (dpa) - Der pakistanische Geheimdienst Inter-Services Intelligence (ISI) soll entgegen der Politik seiner Regierung Verbindungen zu den Taliban in Afghanistan und Al-Kaida-Kämpfern im Grenzgebiet unterhalten.

Obwohl offiziell dem Militär unterstellt, agiert der rund 10 000 Mitarbeiter starke ISI oft wie ein Staat im Staate und entzieht sich dem Einfluss von Armeeführung und Regierung.

Mit ISI-Hilfe hatte die US-Regierung in den 1980er Jahren den Kampf der afghanischen Mudschaheddin gegen die sowjetischen Besatzer unterstützt. Mehr als 80 000 Rebellen wurden ausgebildet, bewaffnet und bezahlt. Aus den 1994 entstandenen radikal-islamischen Taliban formten ISI-Agenten eine schlagkräftige Armee, die 1996 in Kabul die Macht übernahm.

Nach dem Einmarsch internationaler Truppen in Afghanistan reihte sich Pakistan offiziell in die Koalition gegen den Terrorismus ein. Aus alter Verbundenheit gewährte es aber aus Afghanistan fliehenden Taliban-Kämpfern und Al-Kaida-Angehörigen Unterschlupf.

Erst als auch in Pakistan immer mehr Anschläge verübt wurden, ging das Militär in der Grenzregion massiv gegen die Extremisten vor. In einer Studie der London School of Economics heißt es, der ISI unterstütze die Aufständischen in Afghanistan operativ und strategisch «bis hinein in die höchste Führungsebene». Pakistan bestreitet das vehement.

Terrorismus / USA
02.05.2011 · 21:59 Uhr
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