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Hintergrund: Neues RKI-Verfahren führte zum Erfolg

Die Wahrscheinlichkeit für blutigen Durchfall oder bestätigte EHEC/HUS-Infektionen lag nach Sprossenverzehr etwa 8,6-mal höher als bei Verzicht.Großansicht

Berlin (dpa) - Um die EHEC-Quelle zu finden, hat das Robert Koch-Institut (RKI) unter anderem ein neues Verfahren eingesetzt: eine sogenannte rezeptbasierte Restaurant-Kohortenstudie.

Ausgehend von fünf Personengruppen, von denen 19 Teilnehmer nach einem Besuch im selben Restaurant erkrankten, befragten die Forscher insgesamt 112 Menschen, was diese verzehrt hatten.

Zugleich schauten sich die Experten Rezepte, Bestelllisten sowie Abrechnungen an und sprachen mit Küchenpersonal, um herauszufinden: Wie genau wurde welches Menü zubereitet, welche Mengen welcher Zutat waren darin enthalten?

Auch Fotos der Befragten beim Essen wurden nach RKI-Angaben ausgewertet, von denen einige die Teller der späteren Patienten zeigen - mit allen Zutaten samt Garnierung.

Diese Informationen wurden in einem sogenannten Kohortenansatz ausgewertet, der es ermöglicht, rückblickend das relative Erkrankungsrisiko für die Restaurantkunden zu berechnen. Die Analyse ergab: Die Wahrscheinlichkeit für blutigen Durchfall oder bestätigte EHEC/HUS-Infektionen lag nach Sprossenverzehr etwa 8,6-mal höher als bei Verzicht.

Mit diesem Verfahren war es dem RKI zufolge erstmals möglich, auf epidemiologischem Wege die Ursache des Ausbruchs mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Verzehr von Sprossen einzugrenzen.

Die rezeptbasierte Restaurant-Kohortenstudie konnte erst jetzt durchgeführt werden, weil dafür eine ausreichende Kundenanzahl nötig war, um ein statistisch einwandfreies Ergebnis zu gewährleisten.

Gesundheit / Infektionen
11.06.2011 · 22:09 Uhr
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