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Hintergrund: Neue Spielregeln für Großbanken

Seoul (dpa) - Banken rund um den Globus müssen in den nächsten Jahren Milliarden-Beträge mobilisieren, um ihre Risikovorsorge zu stärken. Das von der G20 gebilligte Basel-III-Abkommen sieht deutlich strengere Eigenkapitalvorgaben vor.

Es soll verhindert werden, dass bei einer neuen Krise Banken erneut mit Milliarden aus Staatskassen gerettet werden müssen. Noch offen sind zusätzliche Kapitalregeln für die Schwergewichte der Branche, die global im großen Stil Geschäfte machen.

Die Basel-III-Regeln, auf die sich die Bankenaufseher bereits Mitte September verständigt hatten, erfordern größere Kapitalpuffer für Notsituationen. Die Institute haben jedoch Zeit zur Umstellung. Sie müssen die neuen Regeln stufenweise von 2013 an umsetzen. Erst am Ende der Übergangszeit von sechs Jahren müssen sie ihr Geschäft mit sieben Prozent «hartem Kernkapital» unterlegen.

Diese «Kernkapitalquote» gibt das Verhältnis zwischen dem Kapital einer Bank zu ihren risikobehafteten Geschäften an. Das «harte Kernkapital» setzt sich aus Aktien und Gewinnrücklagen zusammen. Mit dem Kernkapital sollen in Krisen Verluste aufgefangen werden können.

Das Ausmaß der noch strengeren Eigenkapitalvorschriften für die größten Banken und Finanzdienstleister ist offen. Es gilt aber der Grundsatz, dass sogenannte systemrelevante Finanzinstitute (SIFIs) mehr verlustsicheres Eigenkapital vorhalten müssen als andere. Mit diesen Maßnahmen soll verhindert werden, dass gerade Großbanken zu hohe Risiken eingehen. Kämen sie eine Schieflage, müssten sie allein aufgrund ihrer Größe und globalen Geschäftsbeziehungen gerettet werden - notfalls auch vom Staat.

In Deutschland wurde bereits ein Gesetz für ein Pleiteverfahren von Großbanken verabschiedet. Ziel ist, dass der Steuerzahler nicht mehr mit Milliarden einspringen muss und wichtige Institute in Schieflage auch ohne größere Verwerfungen vom Markt genommen werden können. Hintergrund ist auch, dass nur noch bis Jahresende Hilfen aus dem staatlichen Soffin-Bankenrettungsfonds beantragt werden können.

Die Definition, was ein globales systemrelevantes Finanzinstitut ist, dürfte im nächsten Jahr vorliegen. Von den deutschen Finanzunternehmen könnten die Deutsche Bank sowie die Versicherungskonzerne Allianz und Münchner Rück auf die Liste kommen. Insgesamt dürfte die Liste 30 bis 35 weltweit operierende Finanzinstitute umfassen.

G20 / Gipfel / Banken
12.11.2010 · 08:26 Uhr
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