News
 

Hintergrund: Mautsysteme im Vergleich

Berlin (dpa) - Die Diskussion über eine Nutzung von Maut-Daten für Fahndungszwecke und zur Verbrechensbekämpfung ist nicht neu.

Seit 2005 gilt in DEUTSCHLAND für Lastwagen eine Mautgebühr.Im selben Jahr schlug der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor, die Daten der Maut-Erfassung bei der Fahndung nach Terroristen und Kapitalverbrechern heranzuziehen.

Anlass soll damals der Fall eines Lastwagenfahrers gewesen sein, der in Baden-Württemberg unerkannt über die Autobahn entkam, nachdem er einen Mann mit tödlichen Folgen überfahren hatte. Weitere umstrittene Vorstöße gab es immer wieder. Die Maut-Daten des Betreiberkonsortiums Toll Collect dürfen bisher in Deutschland aber nur zur Bezahlung der Lkw-Autobahngebühren genutzt werden.

Anderswo in Europa müssen die Fahrer nicht nur von Last-, sondern auch von Personenwagen Maut bezahlen. Das funktioniert auch auf elektronischem Wege, ohne dass Fahrer an Mautstationen Bargeld oder Kreditkarten zücken müssen.

In NORWEGEN beispielsweise können Fahrer laut Automobilclub von Deutschland (AvD) einige Mautstationen ohne Halt passieren. Bei der Durchfahrt wird das Fahrzeug samt Kennzeichen abgelichtet - somit ist klar, dass sich ein Auto zu einem Zeitpunkt dort aufgehalten hat.

In FRANKREICH können Fahrer demnach einen Vertrag mit einer Autobahnbetreibergesellschaft abschließen. Ein Gerät im Fahrzeug registriert dann jede Durchfahrt einer Mautstelle und rechnet die anfallenden Gebühren monatlich ab.

In GROSSBRITANNIEN wurde 2006 eine Studie veröffentlicht, wonach auf der Insel Kameras täglich die Kennzeichen von 35 Millionen Autos registrieren - um Staus zu vermeiden, aber auch um Diebstähle zu verhindern und die Bezahlung der City-Maut in London zu überprüfen.

Parteien / Koalition / Verkehr / Datenschutz / Inneres
06.11.2013 · 12:28 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen