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Hintergrund: Machtverhältnisse im IWF

Berlin (dpa) - Das Mitspracherecht der 187 Mitgliedsländer des Internationalen Währungsfonds (IWF) hängt von ihren Kapitaleinlagen ab.

Die Höhe der sogenannten Quoten richtet sich unter anderem nach der Stärke einer Volkswirtschaft. Je mehr Geld ein Land hinterlegt, umso größer ist dessen Einfluss auf die Gremien des IWF. Das meiste Geld geben die USA - die größte Volkswirtschaft hat mit 17,75 Prozent Kapitaleinlage auch das größte Stimmengewicht im Gouverneursrat. Darauf folgen Japan (6,58 Prozent), Deutschland (6,14 Prozent) sowie Frankreich und Großbritannien (jeweils 4,52 Prozent).

Der Gouverneursrat ist das oberste IWF-Gremium. Jeweils ein Vertreter der Mitgliedsländer gehört ihm an, meist ist das der Finanzminister oder Notenbankchef des Landes. Sie bestimmen und wählen den Exekutivrat, der für das tägliche Geschäft des IWF zuständig ist. Im 24-köpfigem Exekutivrat sitzen bisher je ein Vertreter aus den USA, Japan, Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Bis Oktober 2012 sollen die Stimmrechte und Quoten im IWF reformiert werden. China wird dann Deutschland als Nummer drei unter den IWF-Anteilseignern ablösen. Die Europäer verzichten zudem auf zwei Sitze im Exekutivrat. Die Schwellenländer erhalten sechs Prozentpunkte mehr Stimmrechtsanteile und somit zusätzlichen Einfluss. Vor allem westliche Industrieländer geben dafür Macht ab. Die zehn größten Eigner sind dann die USA, Japan, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Indien, Russland und Brasilien.

Der geschäftsführende Direktor des IWF war bisher immer ein Europäer. Auf den Posten des zurückgetretenen IWF-Chefs, Dominique Strauss-Kahn, melden die Schwellenländer, allen voran Brasilien und China, Ansprüche an.

Kriminalität / IWF / USA
19.05.2011 · 23:24 Uhr
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