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Hintergrund: Leerverkäufe als Krisenbeschleuniger

Berlin (dpa) - Leerverkäufe gehören zu den besonders riskanten Geschäften auf dem Börsenparkett. Denn sie können die Aktienkurse mächtig ins Rutschen bringen.

Grundsätzlich funktionieren Leerverkäufe («short selling») so: Ein Händler verkauft Aktien oder Anleihen, die er sich gegen Gebühr bloß ausleiht, um sie bei fallenden Kursen günstiger zurückzukaufen. Geht diese Wette auf, macht er einen Gewinn. Steigen die Kurse bis zum vereinbarten Rückgabezeitpunkt jedoch, entsteht dem Händler ein Verlust.

Problematisch wird es, wenn der Markt von einer Flut an Leerverkäufen überschwemmt wird. Denn dann kann der Aktienkurs allein dadurch auf Talfahrt gehen. Falls nämlich weitere Aktionäre das Vertrauen in ihr Papier verlieren und verkaufen, wird der erhoffte Kursverfall dadurch oft erst ausgelöst - zum Schaden traditioneller Investoren. Manchen Händlern werden auch immer wieder kriminelle Taktiken vorgeworfen - etwa das gezielte Streuen schlechter Nachrichten über Unternehmen.

Unterschieden werden «gedeckte» und «ungedeckte» Leerverkäufe. Im ersten Fall leihen sich Investoren die zu verkaufenden Aktien. Bei «ungedeckten» besitzen sie diese gar nicht, sondern verkaufen Aktien, ohne sie ausgeliehen zu haben. Auf Leerverkäufe professionalisierte Hedge-Fonds setzen vor allem auf «ungedeckte Leerverkäufe»., die Kurse besonders ins Wanken bringen können.

Finanzen / Börsen
12.08.2011 · 23:13 Uhr
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