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Hintergrund: Kreuzzüge

Berlin (dpa) - Kreuzritter zogen im Mittelalter im Namen der Kirche gegen «Ungläubige» in den heiligen Krieg. Erstmals rief Papst Urban II. 1095 zu einem Kreuzzug auf, um das von Muslimen eroberte Heilige Land zu befreien. Bis 1270 gab es insgesamt sieben Glaubenskriege um die heiligen Stätten.

Neben dem religiösen Kern der Kreuzzugsbewegung hatten die Feldzüge auch wirtschaftliche und politische Motive. Die Kriege mit Heeren aus vielen Teilen Europas erweiterten die Macht der Päpste.

Der im 13. Jahrhundert geprägte Begriff Kreuzzug wurde später auch auf andere Kriege ausgedehnt, die das Ziel hatten, den christlichen Glauben zu verbreiten. Der letzte als Kreuzzug eingestufte Krieg wurde gegen die Türken geführt und endete 1444.

Im übertragenen Sinn wird der Begriff bis heute verwendet, etwa von islamistischen Terroristen. In der Regel meinen sie die US-Armee, immer wieder ist aber auch von «zionistischen Kreuzrittern» die Rede, von den «Kreuzrittern Europas» oder «Kreuzritter-Allianzen», die ihrer Ansicht nach einen Krieg gegen den Islam führen.

Auch Libyens Diktator Muammar al-Gaddafi spricht von «Kreuzrittern» - und meint damit seine Feinde. Mal gehören die USA, mal Europa, mal Israel zum Reich der Bösen in seinem Weltbild. Verwendet Gaddafi den Begriff, folgt oft eine Kampfansage an den Westen. Auch im aktuellen Fall: «Das libysche Volk ist bereit, die Kreuzritter zu bekämpfen», sagte er im Zuge der alliierten Militärschläge gegen seine Truppen.

Konflikte / Libyen
23.03.2011 · 23:03 Uhr
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