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Hintergrund: Koreas umstrittenes Seegebiet

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Berlin (dpa) - Nach dem Korea-Krieg wurde 1953 die Waffenstillstandslinie quer durch das Land zur massiv gesicherten Grenze zwischen dem kommunistischen Norden und dem westlich orientierten Süden.

An der Westküste beider Staaten im Gelben Meer schließt sich am 38. Breitengrad eine rund 200 Kilometer lange Seegrenze an. Ein Kommandant der UN-Truppen legte 1953 diese «Northern Limit Line (NLL)» einseitig fest. Nordkorea hat die vier Kilometer breite Grenzzone nie anerkannt.

Das Regime in Pjöngjang kritisiert, dass durch die «NLL» einige Inseln vor seiner Küste an Südkorea fallen und legte 1999 eine weiter südlich verlaufende Seegrenze fest. Die umstrittenen Inseln sind bis zu 150 Kilometer vom südkoreanischen Festland, in einem Fall aber nur zwölf Kilometer von Nordkorea entfernt. Baengnyong als größte Insel hat mit knapp 18 Quadratkilometern etwa die Fläche der Ostfriesischen Insel Spiekeroog. Es folgen Daechong mit 13 und Yonpyong mit sieben Quadratkilometern. Mit Badestränden und unberührter Natur werben die dünn besiedelten «Außenposten» um Touristen vom südkoreanischen Festland.

Die Machthaber Nordkoreas nutzten das umstrittene Seegebiet wiederholt für Machtdemonstrationen. Mehrfach gab es auch militärische Angriffe und Seegefechte zwischen den Streitkräften beider Staaten. 1999 kamen bei einem Feuergefecht zwischen nord- und südkoreanischen Kriegsschiffen nahe Yonpyong wahrscheinlich rund 20 Nordkoreaner ums Leben. 2002 überfuhren nordkoreanische Kriegsschiffe bei Yonpyong die NLL und wurden von südkoreanischen Booten zurückgedrängt. Dabei kamen fünf Südkoreaner und vermutlich 30 Soldaten aus dem Norden ums Leben. In den Gewässern vor Daechong starben im November 2009 bis zu zehn Nordkoreaner, als ihr Kanonenboot von südkoreanischen Kriegsschiffen beschossen wurde.

Im März 2010 sank in den umstrittenen Gewässern das südkoreanische Kriegsschiff «Cheonan» nach einer Explosion. 46 Seeleute starben. Südkorea beschuldigt den Norden, das Schiff versenkt zu haben, was Pjöngjang bestreitet. Dem nordkoreanischen Artilleriebeschuss der Insel Yongpyong in diesen Tagen waren mehrere Machtdemonstrationen vorausgegangen. Schon im Januar 2010 schlugen in der Nähe mehrere Artilleriegeschosse ein, im August folgten an der umstrittenen Seegrenze mehr als hundert weitere Granaten aus Nordkorea.

Konflikte / Südkorea / Nordkorea
25.11.2010 · 23:01 Uhr
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